Es sind zwar noch nicht ganz 5 Jahre seit dem letzten Kühlwasserwechsel vergangen, aber es ist ja gerade wieder Winterzeit und somit Gelegenheit für ganz entspanntes Schrauben. Was ist geplant:
- Kühlwasserwechsel
- Wechsel oberen und unteren Kühlerschlauch
- Wechsel Bypassschlauch
- Ausbau des Kühlers zur Sichtkontrolle
- Reinigung aller ausgebauten Komponenten
- und da es sich anbietet, Riemenspanner wechseln und Riemenscheibe der Servopumpe wechseln (Kunststoff auf Stahl)
Zuerst einmal die alte Kühlflüssigkeit über den Kühler und die abgezogenen Schläuche abgelassen. Dann erstmal etwas Platz geschaffen.
Da ich es diesmal genau wissen wollte und ich mich nicht mehr mit halben Sachen abfinden konnte, bekam auch die störrische Ablassschraube auf der Fahrerseite Aufmerksamkeit. Nachdem sie sich weiterhin nicht bewegen wollte, ihr Köpfchen mittlerweile schon rund war, wurde diesmal aber Eskalationsstufe 2 gezündet. Dem Spiralprofil-Ausdreher versuchte sie anfänglich auch noch zu trotzen, mit einem entsprechend verlängertem Hebel, gab sie dann aber ziemlich schnell ihren Widerstand auf.
Über das Jahr hatte ich schon das erforderliche Material angesammelt. Für den Bypassschlauch-Ersatz hatte ich mir Schläuche von 3 Markenhersteller geordert. Ich wollte etwas Auswahl haben.
Meine erste Wahl war der Continental. Beim genaueren Betrachten fiel mir dann aber auf, dass hier etwas nicht stimmen kann. Die Wandstärke war nicht gleichmäßig. Ich habe einmal ein Stück abgeschnitten, da man es so besser sehen kann. Auf 10 Uhr fehlen gut 1,5 mm an Wandstärke zum Rest des Schlauches. Nr. 1 -> Mülleimer.
Mein nächster Kandidat war der Schlauch von AC Delco. Der sah zumindest optisch sehr gut aus. Nach dem Einbau, bei dem ich den Schlauch ja etwas knicken bzw. dehnen muss, tauchten plötzlich kleine Querrisse in ziemlich regelmäßigem Abständen auf. Das Ding möchte ich natürlich auch nicht am Jeep haben. Nr. 2 -> Mülleimer.
Blieb nur noch meine letzte Wahl der Gates übrig. Der sah optisch auch gut aus und machte nach dem Einbau immer noch einen guten Eindruck. Nichtsdestoweniger ist das Vertrauen in sogenannte Markenprodukte schon an dieser Stelle im Keller. Wie sich im weiteren Verlauf noch zeigen sollte, nicht das letzte Mal. Dazu aber später mehr. Ich muss zugeben, ich habe auch die Option in Betracht gezogen, den alten Schlauch wieder einzubauen. Dem fehlts nach all den Jahren nämlich an nichts. Auf alle Fälle werden alle ausgebauten Schläuche aufgehoben.
Das Thermostatgehäuse (Mopar) hatte nach den knapp 5 Jahren schon wieder im oberen Bereich den Lack, bzw. die Beschichtung verloren. Es rostete zwar nichts, da dies das Kühlmittel wirksam verhinderte, aber die Farbreste wandern ja trotzdem jedes Mal ins Kühlsystem. Auf so Zeugs, dass dann vielleicht sogar etwas zusetzt, habe ich natürlich gar keine Lust mehr.
Da dies mit diesen Stahlteilen herstellerunabhängig immer wieder passieren würde und ich mir mit jedem neuen Teil, neue Farb-/Pulverablösungen im Kühlsystem einfangen würde, wollte ich das final beenden. Deshalb diesmal GM Genuine Parts von AC. Alu und ohne Farbe. Damit brauchts keinen weiteren Thermostatgehäusewechsel mehr. Die beigelegte Dichtung ist etwas breit geraten. Die wurde entsorgt.
Stattdessen kam eine klassische Fel-Pro Dichtung zum Einsatz.
Nicht nur, dass das Teil keine Farbe mehr in mein Kühlsystem befördert und auch nicht rosten kann, schaut es nicht mehr wie ein Fremdkörper aus, sondern ist auch noch "Ton in Ton" mit dem Rest des Fasses. Einzig zwei längere Schrauben (5/16-18) mussten dafür her. Die alten hätten es vermutlich auch getan, haben ja nichts weiter zu halten, aber ich wollte auf Nummer sicher gehen.
Da man ja jetzt super an den Riemenspanner kommt, wollte ich ihn samt Sockel wechseln. Der alte ist irgendwie etwas lahm geworden. Er stellte sich nicht mehr so flott zurück, wie das ein neuer tut.
Da ich mir keinen Stress mit der Dichtheit des Ölmessstabrohrs einfangen wollte, kam dann doch Plan B ins Spiel.
Es wird nur der Riemenspanner selbst gewechselt. Da mein original verbauter Sockel eh noch wie neu ausschaut, hätte das sowieso keinen Unterschied gemacht. Die SKF-Riemenscheibe kam zwischenzeitlich schon mal neu, nachdem die Gates-Scheibe schon nach 20.000 km Geräusche gemacht hat. Die ist völlig in Ordnung und kommt deshalb so wieder dran.
Einmal Mopar gegen Mopar.
Den Geräteträger habe ich so gut es ging gereinigt. Ich habe kurzzeitig mal eine Pulverbeschichtung oder Lackierung in Erwägung gezogen. Dann aber wieder verworfen. Über Alu und Lack/Pulver gibts hier im Forum ja genug zu lesen.
Der Ausgleichsbehälter hat auch wieder eine Frischekur bekommen.
Neue Verschlussstopfen in 1/4 NPT für den Motorblock.
Ich habe die Gelegenheit genutzt, einmal ganz genau auszulitern, was auf welchen Weg aus dem Kühlsystem herauskommt. Insgesamt habe ich 15,9 Liter Kühlflüssigkeit nur durch Ablassen aus meinem Kühlsystem herausgeholt. Damit dürfte das Kühlsystem "trocken" gewesen sein. Ein paar kleine Verluste gab es natürlich, die dann im Putzlumpen gelandet sind. Berücksichtigt werden muss auch meine Standheizung, die unter der Stoßstange hängt. In die zusätzlichen Schläuche, die da runtergehen und ins Heizgerät selbst geht vermutlich um einen Liter mehr rein.
Interessant war, dass aus beiden Seiten des Motorblocks jeweils 3,6 Liter Kühlflüssigkeit herauskamen. Heißt also, wenn diese Schrauben nicht geöffnet werden bleiben über 7 Liter Flüssigkeit im Block. Ein Ausschlusskriterium bei diesem Motor jemals eine Fertigmischung einzusetzen. Es würde vielleicht gerade noch so für einen ausreichenden Frostschutz in unseren Breiten reichen, für ausreichenden Korrosionsschutz allerdings nicht mehr. Die vielen, mehr oder weniger stark verrosteten Kühlsysteme, die man hier im Forum so zu sehen bekommt, sprechen ja Bände.
Fortsetzung folgt...