Grundrestaurierung MB 08/1943

Diskutiere Grundrestaurierung MB 08/1943 im Forum Buildups im Bereich Jeep Modelle & Technik - Ich hatte bei den Neuvorstellungen schon gesagt, dass ich z.Zt. in Pakistan wohne, das immer noch ziemlich viele MBs und Fords herumstehen hat. Da...
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Hallo
Das habe ich , die zwei Deutschen Anleitungen habe ich zusammen mit dem Jeep bekommen.
Das Buch Jeep Complete (Englisch)habe ich schon 40 Jahre zu menem erste Willys den ich mit Ende 16 in Einzelteilen über drei Jahre zusammengekauft habe . Das gibt es aber schon lange nicbt mehr im Handel,
Vereinzelt gibt es schon mal was gebraucht ( 80-350€).
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@AldiJeep Dank für die Literaturquelle. Ich schaue mal was ich finde. Die drei Manuals aus Military Jeep Complete hatte ich bereits als Download gefunden und ausgedruckt. Spannend ist ganz klar die detaillierte Anleitung aus der Technischen Vorschrift für die Kraftübertragung, den Aufbau und das Fahrgestell der geländigängigen Kraftwagen B, 1/4 t ( Jeep )
Europa ist, was die Ersatzteile betrifft sehr teuer. Ich beziehe einzelne Kleinteile, wie z.B. Instrumente, über Kaiser-Willys und den Rest über MDJuan.
Die MS-Overland Seite ist aber schon ziemlich wirr gebastelt; intuitiv ist anders...:giveup:

"Das mit den Bilder einfügen muss ich noch lernen" Nimm einfach die Vorschaubilder. Die machen die Seite nicht voll, lassen sich vergrößern und doppeln nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
@AldiJeep ich bin tatsächlich bei den Einstelldaten in einem Werkstattmanual der US Army fündig geworden, das ich in einer versteckten Ecke des Internets zum Download entdeckt habe. Also alles unter Kontrolle!
Heute habe ich dann das Lenkgestänge fertiggestellt. Einstellhülsen und Klemmen sind natürlich original, lediglich die Spurstangenköpfe sind neu. Hier habe ich auf japanische Produkte zurückgegriffen, weil ich zu denen qualitativ mehr Vertrauen als zu US-Produkten habe (Harley-geschädigt). Staubkappen für die Schmiernippel sind bestellt.
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Fahre erst einmal 2 Wochen weg; schauen wir mal, was sich bis dahin Neues ergeben hat.
Bis dann
Andi
 
Moin,
Es läuft weiter. Der Rahmen, Bremsen, Bremsleitungen sind komplett. Ich warte auf Teile aus den USA, die ich zur Komplettierung des Getriebes und des z.Zt. zur Vollüberholung weggegebenen Motors benötige. Ansonsten bin ich erstmal 6 Wochen im Urlaub und warte die Hitzewelle von fast 50C bis Ende Juli ab. Bei den Temperaturen machen Restaurierungen keinen Spass.
Gruss
Andi
 
Habe mich lange nicht gemeldet. Grund dafür ist, dass ich immer noch auf meine Teile aus den USA und den Phillipinen warte.
War inzwischen in München, um mich mit Ingenieuren eines Spezialschweißbetriebs zu unterhalten, denn wie ich nun festgestellt hatte, hat der Motorblock im Kühlsystem einen Riss am ersten Zylinderschacht den es zu schließen gilt. Garnicht so einfach.
Also:
1. Kühlkanäle mit Glasblasen komplett säubern
2. Zylinderbüchsen rausziehen und schauen ob neben dem 1.Zylinder noch weitere beschädigt sind
3. Riß anschneiden, an beiden Enden ein Loch gegen Rißerweiterung bohren,
4. Motor auf 150-200C erhitzen
5. Schweißnaht mit speziellenSchweißelektroden für Eisenguss legen
6. Motor über 24-36 Std. gaaaanz langsam abkühlen lassen
Ziff 4-6 bieten keine Lücke für Fehler. Geht das schief, kann ich den Block schreddern.

Darüberhinaus ist der Motor wohl bleifrei gefahren worden, jedenfalls sehen die Ventileinlässe wüst aus. Also ausdrehen und bleifreitauglichen Ventilsitz eindrücken.
Es bleibt spannend. Bis zum nächsten Mal wieder mit Fotos.
Andi
 
Jetzt habe ich zwei Updates:
Im Sommer hatte ich mich in München an zwei spezialisierte Ingenieure gewandt, denn mein zweiter aus Stahlguss bestehender Motor wies Risse im Kühlsystem auf, die ich schweißen wollte. Prinzipiell mit besonderen Schweißdioden und entsprechender Vorbereitung möglich. Frohgemut flog ich nach Pakistan zurück und nahm mir vor die Rückseite der Kühlkanäle anzuschauen; hierfür mussten die Laufbuchsen herausgezogen werden. Überraschung.... am zweiten Kolbenschacht was von außen nicht einsehbar ist, war die Kolbenwand durch Korrosion auf einer Fläche von 8x4 komplett weggefault. Ergebnis: Block Schrott. Gottseidank hatte ich noch einen baugleichen Block, der ok ist. Ich habe ihn an jemenaden zur Montage gegeben, der sonst klassische Porsche-Motoren überholt.
Nun sind auch alle Teile, u.a. der Body eingetroffen und werden zunächst von der Farbe gestrippt bevor sie in multiple Tauchbäder zur Rostprävention gehen. Hier ein erstes Foto vom aktuellen Sachstand:
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Bis demnächst
Andi
 
Na ja, so ganz einfach war es dann doch nicht.
Ich habe erst einmal die Werkstatt gewechselt, weil die bisherige an die Grenze ihrer Fachkompetenzen stieß.
Ein guter Bekannter von mir, der LKW, Kfz und Busse produziert bot mir an, alles in seine Fabrikation zu verlegen. Er teilte für mein Projekt zwei Schlosser und zwei Ingenieure ein, die mit ihrer Fachkompetenz im Karosseriebau mich unterstützen.

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Ich habe nicht nein gesagt.

Und das war auch gut so, denn der von MD Juan gelieferte Body wies massiven Verzug auf. Nichts passte. Wir haben zur Fehleranalyse Rahmen und Chassis neu vermessen und konnten Fehler am Rahmen ausschließen. Wenn man an allen vier Ecken andere Maße hat, muss man tüfteln, wo der Fehler in der Produktion entstanden ist. Hier das Ergebnis (aus dem Englischen an MDJuan):

Meine Beurteilung steht unter dem Vorbehalt, dass ich die Produktionsabläufe bei MD Juan nicht kenne, sodass sich meine aus den angenommenen Produktionsabläufen resultierenden Fehleranalysen aufgrund anderer, tatsächlicher Produktionsabläufe ändern können. Dennoch sind die Produktionsfehler durch Fotos eindeutig belegt:
1. Die Verstärkungsträger, die an der Seitenwand punktgeschweißt sind, wurden an der falschen Stelle platziert. Dadurch wurde die vertikale Schweißnaht an der Seitenwand vom rechten Fahrgastausstieg bis zur Unterkante der Seitenwand falsch gezogen. Entweder dadurch oder bereits vorher kam es beim Anbringen der Verstärkungsträger zu falsch platzierten Schweißpunkten und infolgedessen zu einem Strukturverzug, der zu völlig unterschiedlichen Vertikalwinkeln im linken/rechten Frontteil in Blickrichtung nach vorne führte. Es führte auch zu unsymmetrischen Vertikalen und zu
unterschiedlichen Messergebnissen.

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2. Die beiden Dreiecke im Motorraum, die als Stabilisierungspunkte für das Bodenblech und als zusätzliche Befestigung zwischen Karosserie und Fahrgestell dienen, waren in Höhe und Länge an den falschen Stellen verschweißt.

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Dieser technische Fehler ist meiner Meinung nach die Folge eines weiteren unter Nr. 1 beschriebenen Fehlers, trug aber ebenfalls zu einer starken Verformung der Karosseriestrukturen bei.

3. Anschließend haben wir Teile der Seitenwand ausgebaut, die Schweißpunkte durchtrennt, die Dreiecke provisorisch entfernt und alles noch einmal vermessen.

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Das Ergebnis war eindeutig: Die durch die fehlerhafte Produktion entstandenen Strukturspannungen waren gelöst, die Quermessungen lieferten brauchbare Ergebnisse und die Karosserie war auch wieder waagerecht.

4. Anschließend haben wir die Karosserie auf einem Spannrahmen befestigt, alle rechten Winkel hergestellt, die Seitenwand mit den Verstärkungsträgern wieder verschweißt und die Stabilisierungsdreiecke wieder angebracht. Voilà, nun war die Karosserie einsatzbereit.

5. Nachdem wir die Karosserie auf das Fahrgestell aufgesetzt hatten und sicher waren, dass alles passt, haben wir auch noch die Motorhaube, deren Rundungen nicht auf die Maße abgestimmt waren,

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mit einer Rollierwalze angepasst. Mit dem Ergebnis können wir nun arbeiten.

6. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Bodenplatten und die Seitenwand auf einem instabilen Untergrund geschweißt wurden. Natürlich kann auch ein nachlässiger Umgang des Schweißers mit dem Produkt nicht ausgeschlossen werden. Aber das muss MDJuan selbst herausfinden.

So, jetzt stehen erst einmal Chassis und Karosse (vermutlich besser als am Kriegsoriginal)

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Als nächstes werden wir in den kommenden 2 Wochen alle Teile anschrauben um sicherzustellen, dass auch alles andere passt. Danach wird alles wieder abgebaut und geht in die Grundierungsbäder und dann in die Lackierstrasse.
Und dann melde ich mich wieder.
Andi
 
Zuletzt bearbeitet:
Heute war es dann soweit! Ein erfolgreicher Tag! Yeah....
Der MB-Body bekam seinen Primer.
Wir hievten ihn auf einen Trailer nachdem die Schutzlackierung abgewaschen war ... let's rock....

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Haube und Kotflügel hingen auf einem zweiten und ab ging's in die Badstrasse

Mein Freund Ahmed, dem der Laden gehört, und ich setzten uns daneben und schauten zu

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Und es ging ins erste Bad

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Dann ins nächste ....

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Dann....

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.... und ins nächste

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..... und wieder raus,

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.... und wieder rein

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Dann etwas Conditioner....

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und unter die Dusche

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Nun aber..... Primerbad!

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Das Herz schlug höher....

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Super.... da war er.... Voilà!

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Ahmed witzelte: "looks like an old lady with a hell of make-up"...
Egal, raus damit, angucken, anfassen....

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.... und ab in den Ofen.... 180C Falten glätten

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Wir sind dann erst mal Tee trinken gegangen, Body musste ja auch noch abkühlen, über dies und das geschwätzt... et quelle surprise ... da war er.... und wir wollten noch Hohlräume verschließen (lassen)....

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und sofort machte sich die ganze Mannschaft drüber her....

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Und hier noch ein Ausschnitt des Teilelagers

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Anschließend wurde der Body in die Wärmekammer gezogen, damit er über Nacht nicht friert, nein, damit die Hohlraumversiegelung abhärtet und morgen werden die Dellen und Schweißstellen noch abgespachtelt und nächste Woche kommt RAL 6014 drüber.
Und weil ich hier nur 20 Bilder hineinladen kann, gibt es weitere Ansichten in einem nächsten Beitrag.
Ciao
Andi
 
Mein Freund hat nun eine Ecke seines Betriebes für die Restaurierungsarbeiten herrichten lassen (wobei er noch seinen MB300D 1974 restaurieren will) .... anyway, ich war begeistert.
Endlich eine saubere Umgebung

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und yup, ich kann alle Teile sortiert und griffbereit erreichen.

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Und wie es dann halt so ist, schon fallen die ersten Fehler auf. Die hintere Stossstange ist, von wem auch immer, so nahe ans Chassis gezogen worden, dass sie sich verzogen hat. Lösung: Die Stärke der Unterlegplatte für die Anhängerkupplung wird von 3mm auf 16mm mit einer auf 11mm ausgefrässten Stufe ersetzt. Stahl nehmen, auslasern, abfräsen, Löcher bohren, fertig. Das wird die Stossstange wieder in eine entspannte Position bringen.

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Die Achse ist auch nicht gerade montiert, also anlösen und mit Schnüren ausrichten.

Aber... Anpressplatte und Kupplung wurden instandgesetzt.

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Die neuen Combatwheels sind jetzt auch mit neuen Reifen montiert.

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Und... nachdem ich meine gesamtes Netzwerk in Bewegung gesetzt hatte um die seltene Feststellbremse zu komplettieren, habe ich aus mehreren Quellen schließlich alle Komponenten zusammenbekommen. Säubern, lackieren, montieren, fertig. Nur der Baudenzug muss noch aus den USA kommen.

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Wir werden nächste Woche neben den o.a. Arbeiten noch die Bremsleitungen besser befestigen.
Und ich denke, ich werde mir ein paar Tage Urlaub nehmen und dort mitarbeiten. Ich merke, meine Anleitung wird benötigt, weil niemand das Fahrzeug kennt.
Ciao
Andi
 
Da wird aber jede menge Aufwand betrieben.
Hat das eine Grund das die Bumper hinten auf der Innenseite so eckig sind?
Original sind die Oval.
Gruß Guido
 
Da wird aber jede menge Aufwand betrieben.
Hat das eine Grund das die Bumper hinten auf der Innenseite so eckig sind?
Original sind die Oval.
Gruß Guido
Es gibt zwei verschiedene Ausführungen. Habe mir WW2 Fotos und auch diverse Anbieter angeschaut und bin nicht wirklich zu einer klaren Erkenntnis gekommen.
 
Bislang stand das Chassis schief, weil wir dachten alte Räder, platte Reifen, warten wir mal bis die auf den Neuen stehen. Und ich hatte ja erzählt, dass wir von einer schräg montierten Achse ausgingen. Nein, das war es aber nicht. Dann haben wir die hinteren Federn wieder demontiert, sie hatten merkwürdigerweise unterschiedliche Höhen. Dann wurde es schnell klar, dass die linke Feder, vergleichbar mit der vorderen auf der selben Seite, lediglich verstärkt war. Mmmhh... konnte also auch nicht die Ursache sein. Daraufhin mit dem guten alten Bindfaden Dreiecke gemessen, und... die rechte vordere Aufhängung der hinteren Feder saß nicht auf gleicher Höhe wie die der linken. Falsch genietet???? Weil ich's genau wissen wollte, habe ich mehrere diagonale Kreuze über das ganze Chassis gebunden. Siehe da, das Chassis war schräg. Die Längen des Rahmens liefen zwar gerade und parallel, und waren somit auch mit dem Laser ok, hatten sich aber in der Länge um rund einen Zoll versetzt. Und weil die Stoßstange hinten so montiert war, dass man das nicht sah (oder besser: hatte jemand in der letzten Werkstatt versteckt), fiel es auch nicht auf. Und einen rechten Winkel am vorderen Querrohr zu messen ist (beihnahe) unmöglich. Warum und wieso das verschoben war, ist bis heute nicht klar. Sei's drum. Wir haben dann gemeinsam mit hydraulischen Pressen auf der Streckbank, nachdem wir die Mittelverstrebung gelöst und das hintere Chassisdreieck aufgeschnitten hatten, rechts etwas Druck aufgebaut, nein, viel Druck aber langsam aufgebaut. Was soll ich sagen, das Chassis ist wieder gerade. Die Mittelstrebe wurde neu verbolzt, die alten Löcher geschlossen, das Dreieck wieder zusammengeschweißt...fertig! Willys Chassis sind eben, das hatte ich mal i.Z.m. einer anderen Diskussion hier beschrieben, hoch flexibel. Einfachster Kriegsstahl und biegsam. Was jetzt mein Vertrauen in die Gesamtstatik nicht unbedingt gestärkt hat. Aber vielleicht entsteht die Festigkeit ja erst über die dann später zu montierende Karosserie.
Kommt mir jetzt bitte nicht mit "geht nicht, macht man nicht". Es geht und es ist gemacht. Alles wieder zusammengebaut, keine Risse, Spur vermessen, stimmt!
Und weil ich mir in den Kopf gesetzt hatte, unbedingt eine Kiste vorne auf der Stoßstange zu verspannen, habe ich mir heute das hier gebaut (man beachte den Aufkleber :angel::
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Genug für heute. Nächste Woche geht's weiter
Ciao
Andi
 
Thema: Grundrestaurierung MB 08/1943

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