Na ja, so ganz einfach war es dann doch nicht.
Ich habe erst einmal die Werkstatt gewechselt, weil die bisherige an die Grenze ihrer Fachkompetenzen stieß.
Ein guter Bekannter von mir, der LKW, Kfz und Busse produziert bot mir an, alles in seine Fabrikation zu verlegen. Er teilte für mein Projekt zwei Schlosser und zwei Ingenieure ein, die mit ihrer Fachkompetenz im Karosseriebau mich unterstützen.

Ich habe nicht nein gesagt.
Und das war auch gut so, denn der von MD Juan gelieferte Body wies massiven Verzug auf. Nichts passte. Wir haben zur Fehleranalyse Rahmen und Chassis neu vermessen und konnten Fehler am Rahmen ausschließen. Wenn man an allen vier Ecken andere Maße hat, muss man tüfteln, wo der Fehler in der Produktion entstanden ist. Hier das Ergebnis (aus dem Englischen an MDJuan):
Meine Beurteilung steht unter dem Vorbehalt, dass ich die Produktionsabläufe bei MD Juan nicht kenne, sodass sich meine aus den angenommenen Produktionsabläufen resultierenden Fehleranalysen aufgrund anderer, tatsächlicher Produktionsabläufe ändern können. Dennoch sind die Produktionsfehler durch Fotos eindeutig belegt:
1. Die Verstärkungsträger, die an der Seitenwand punktgeschweißt sind, wurden an der falschen Stelle platziert. Dadurch wurde die vertikale Schweißnaht an der Seitenwand vom rechten Fahrgastausstieg bis zur Unterkante der Seitenwand falsch gezogen. Entweder dadurch oder bereits vorher kam es beim Anbringen der Verstärkungsträger zu falsch platzierten Schweißpunkten und infolgedessen zu einem Strukturverzug, der zu völlig unterschiedlichen Vertikalwinkeln im linken/rechten Frontteil in Blickrichtung nach vorne führte. Es führte auch zu unsymmetrischen Vertikalen und zu
unterschiedlichen Messergebnissen.



2. Die beiden Dreiecke im Motorraum, die als Stabilisierungspunkte für das Bodenblech und als zusätzliche Befestigung zwischen Karosserie und Fahrgestell dienen, waren in Höhe und Länge an den falschen Stellen verschweißt.

Dieser technische Fehler ist meiner Meinung nach die Folge eines weiteren unter Nr. 1 beschriebenen Fehlers, trug aber ebenfalls zu einer starken Verformung der Karosseriestrukturen bei.
3. Anschließend haben wir Teile der Seitenwand ausgebaut, die Schweißpunkte durchtrennt, die Dreiecke provisorisch entfernt und alles noch einmal vermessen.

Das Ergebnis war eindeutig: Die durch die fehlerhafte Produktion entstandenen Strukturspannungen waren gelöst, die Quermessungen lieferten brauchbare Ergebnisse und die Karosserie war auch wieder waagerecht.
4. Anschließend haben wir die Karosserie auf einem Spannrahmen befestigt, alle rechten Winkel hergestellt, die Seitenwand mit den Verstärkungsträgern wieder verschweißt und die Stabilisierungsdreiecke wieder angebracht. Voilà, nun war die Karosserie einsatzbereit.
5. Nachdem wir die Karosserie auf das Fahrgestell aufgesetzt hatten und sicher waren, dass alles passt, haben wir auch noch die Motorhaube, deren Rundungen nicht auf die Maße abgestimmt waren,

mit einer Rollierwalze angepasst. Mit dem Ergebnis können wir nun arbeiten.
6. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Bodenplatten und die Seitenwand auf einem instabilen Untergrund geschweißt wurden. Natürlich kann auch ein nachlässiger Umgang des Schweißers mit dem Produkt nicht ausgeschlossen werden. Aber das muss MDJuan selbst herausfinden.
So, jetzt stehen erst einmal Chassis und Karosse (vermutlich besser als am Kriegsoriginal)
Als nächstes werden wir in den kommenden 2 Wochen alle Teile anschrauben um sicherzustellen, dass auch alles andere passt. Danach wird alles wieder abgebaut und geht in die Grundierungsbäder und dann in die Lackierstrasse.
Und dann melde ich mich wieder.
Andi