Willys CJ2A - zu fettes Gemisch?

Diskutiere Willys CJ2A - zu fettes Gemisch? im Pre-AMC Forum im Bereich Jeep Modelle & Technik; Hallo aus dem Remstal, ich bin Ralf und besitze seit Februar einen Willys CJ2A, Baujahr 1948. Ich bin bisher ca. 370 Meilen damit gefahren...

Durstig

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Hallo aus dem Remstal,

ich bin Ralf und besitze seit Februar einen Willys CJ2A, Baujahr 1948.

Jeep 02.jpgMotor.jpgJeep 01.jpg

Ich bin bisher ca. 370 Meilen damit gefahren, weitgehend problemlos, aber in letzter Zeit muckt der Kleine hier und da ein bisschen.
Wenn er mal an ist, läuft er gut und springt auch den Rest des Tages gut wieder an, aber die Kaltstarts sind inzwischen problematisch.
Egal ob viel oder wenig Choke, Gas, kein Gas usw. - er springt an, geht aber nach wenigen Sekunden wieder aus...

Wenn ich dann den Deckel der Benzinpumpe abnehme und wieder schließe, startet er sofort wie gewohnt!?… :no:
Muss also irgendwie damit zu tun haben, ich kann mir aber nicht erklären, wie genau?
Ich habe diese Pumpe:
Benzinpumpe.jpg

Insgesamt läuft der Motor auch recht fett, es riecht deutlich nach Benzin und die Kerzen sehen nach wenigen Kilometern so aus:

Kerze.jpg

Ich habe bereits den Luftfilter gereinigt und mit frischem Öl befüllt - ohne Verbesserung.
Den Kondensator im Verteiler habe ich durch einen neuen ersetzt - ohne Verbesserung...

Ich habe den Solex-Vergaser, aber leider keine Anleitung dazu. Ich dachte mir aber, das (rotes Kästchen) könnte eine Gemischschraube sein und habe diese 0,5 Umdrehungen reingedreht.
Die Drehzahl ging etwas hoch, er lief auch gut (gefühlt besser), aber das Kerzenbild ist unverändert...

Solex Nadel.jpg

Ich stochere gerade etwas im Nebel, wer kann mir Tipps geben?
Bitte sagt mir, wenn Ihr weitere Infos/Bilder benötigt.

Vielen Dank und viele Grüße
Ralf
 
Heisseluft

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Hallo Ralf,

so wie es scheint ist dein Schwimmernadelventil undicht und/oder der Schwimmerstand ist zu hoch. Wenn du die Benzinpumpe öffnest läuft der Schlauch zum Vergaser leer und der Motor hat in der Phase bis wieder Sprit gepumpt wird die Chance anzuspringen. Machst du den Deckel nicht ab, wird sofort von der ersten Umdrehung an der ohnehin volle Vergaser weiter geflutet.
Also Schwimmernadelventil prüfen/ersetzen, Schwimmer prüfen, Schwimmerstand/Kraftstoffstand einstellen.

Die Schraube an der du gedreht hast, ist die Gemischqualitätsschraube (CO) . Diese ist ausschließlich für den Leerlauf und bis ca 1500 U/min von Bedeutung, darüber hat sie keine Wirkung. Dann setzt das Teillast- oder Volllastsystem ein, welches maßgeblich über den Schwimmerstand und der Düsenbestückung beeinflusst wird.

Soviel erst einmal zum Einstieg in die Versagertechnik.
 
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Durstig

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Hallo "Heisseluft",

vielen Dank - das klingt ja schon sehr plausibel!
Könnte das auch der Grund sein, warum er generell zu fett läuft? Weil er quasi sozusagen immer ein bissel zu viel "Suppe" kriegt?
 
Heisseluft

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Hallo "Heisseluft",

vielen Dank - das klingt ja schon sehr plausibel!
Könnte das auch der Grund sein, warum er generell zu fett läuft? Weil er quasi sozusagen immer ein bissel zu viel "Suppe" kriegt?
Wenn der Schwimmerstand nicht passt, ja.
 

Durstig

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Vielen Dank für den Willkommensgruß und die Tipps!

Ich werde das mit dem Schwimmer prüfen, klingt sehr einleuchtend.
Leider ist es mir bis heute nicht gelungen, eine Anleitung für den Solex Vergaser zu finden - hat die jemand?
Ich finde nur Screenshots, komische Dateiformate, die sich nicht leserlich vergrößern lassen usw...
Ist das Dingens so exotisch?
 
AvD

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Es handelt sich um den Vergaser Solex 32PBIC für Jeep mit Go Devil Motor. Angaben zu Düsen finden sich im Internet. Vielleicht einen Revisionssatz dafür kaufen und fehlerhafte Teile austauschen. Viel Erfolg
 

Durstig

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@AvD
Danke für die Nennung des Vergaser-Typs.

In diversen US-Foren ist auch immer die Rede davon, dass die Benzinpumpe zuviel Druck für den Solex liefert, weil der weniger als der Carter benötigt.
Vielleicht wäre ein Benzindruckregler mal einen Versuch wert? Aber dann müsste ich die metallene Leitung von der Pumpe zum Solex durch einen Schlauch ersetzen - sieht halt nicht so ästhetisch aus... ;)
 
Heisseluft

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Fange mal beim Vergaser und dem Schwimmernadelventil an... Das muss alles korrekt arbeiten.
 

Durstig

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Kleines Update:

Gestern: bilderbuchmäßiger Kaltstart, ohne dass ich in der Zwischenzeit Gelegenheit gehabt hätte, etwas zu ändern! Ohne Vorpumpen, nur wenig Choke, keine 10 Sek. orgeln und an war er. Lief dann den ganzen Tag hervorragend.

Heute: das alte Problem! Springt zwar gleich an, geht aber nach wenigen Sekunden wieder aus, völlig egal, was ich mit Choke und Gas veranstalte...
Dann also los: Vergaserdeckel ab, Schwimmer sah unauffällig aus ABER unten in der Schwimmerkammer: Schmutz!! Wenig und sehr fein zwar, aber ich denke doch, dass da gar keiner hingehört!
Also alles so gut wie möglich gesäubert, wieder zusammen gebaut, nur wenig vorgepumpt (ich bin mit diesem ganzen "zu fett" inzwischen echt ein gebranntes Kind...), etwas orgeln und - zack - da war er. Anschließend lief er wieder gut wie immer.

Also ist es offenbar (auch) ein Verschmutzungsproblem im Treibstofftrakt?!?

Was ich nur nicht verstehe: warum läuft er IMMER problemlos, wenn der Kaltstart erstmal geschafft ist? Warmstarts sind überhaupt kein Problem!

Und warum ist der Kaltstart am einen Tag auch kein Problem, am anderen gelingt er erst nach einer Stunde Bastelei?
Was verändert sich da wie von Zauberhand von einem zum anderen Mal?

Wenn da zB Dreck in den Leitungen ist, müsste er doch IMMER Probleme machen, nicht nur beim Kaltstart?

Stehe gerade vor einem Rätsel...
 
Heisseluft

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Dreck kann auch wandern, und wenn er vor oder in einer Membran/Ventil sitzt...kann er mal hier und mal dort sein...
 
Oberland

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Hey Folks,

ich verfüge über ein paar Hardcopyseiten zu den Typen M.32 PBIC und M.34 PBIC.

Grundsätzlich ist der Choke beim Solex kein Choke wie beim Carter, der die Starterklappe (Luftstrom) öffnet.
Der Solex hat so etwas wie eine "Kaltstartautomatik", die man mit dem Choke-Knopf aktiviert.
Voraussetzung, dass es funktioniert: Mit dem Handhebel an der Benzinpumpe solange pumpen, bis man keinen Widerstand mehr spürt. Dann ist genügend Sprit im Vergaser. Dann den Hebel nach unten drücken, damit die Kurbelwelle den Dienst übernehmen kann. Dann den "Choke" ziehen. Ganz wichtig: Beim kalten Motor vor dem Starten keinerlei Gas geben!!! Dieser Act würde die Kaltstartautomatik außer Betrieb setzen.
Bei einem warmen Motor soll man den "Choke" nicht ziehen, weil es ja eine Kaltstartautomatik ist und keine Warmstartautomtik ;) Ein warmer Motor sollte ohne Alles immer mit wenigen Versuchen anspringen. Wenn die Grundeinstellungen passen.
 

Durstig

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Vielen Dank für die ganzen hilfreichen Tipps!

Momentan startet er sehr gut.

Zwischenzeitlich habe ich den Vergaser soweit wie möglich gereinigt, auch der Schwimmer scheint ok, trotzdem habe ich mir angewöhnt, bei den Kaltstart Vorbereitungen auch mit dem Griff eines Schraubenschlüssel o.ä. zart ein paar Mal an die Schwimmerkammer zu klopfen, falls er doch haken sollte... Und wenn's nur aus Aberglaube ist...

Das Choke- bzw. Enricher-Kabel beim Solex habe - weil beschädigt - ausgehängt und bediene den "Choke" direkt am Vergaser. Der Hebel sitzt gut stramm, sodass er sich durch Motorvibrationen im Fahrbetrieb nicht bewegen kann, das habe ich mehrfach geprüft.
Trotzdem werde ich das Kabel bei Gelegenheit ersetzen - allein aus Gründen des Bedienkomfort.

Ich denke, dass ich beim Kaltstart manchmal vielleicht nicht genug Geduld habe, den Anlasser auch mal 15 - 20 Sekunden am Stück orgeln zu lassen - gerade im Zusammenhang mit der Solex Kaltstartautomatik.

Alles in allem gibt's grad aber keinen Grund zu meckern 😉

Vielen Dank nochmals an alle!

Gruß
Ralf
 
Thema:

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