tom28865
Ram 1500 Limited Gen5 | GC WK2 CRD (bis 11/2023)
Threadstarter

Ich hoffe ich verstoße hiermit nicht gegen die Forumsregeln, aber zu Jahresanfang sind ja so manche mitten in der Urlaubsplanung, evtl. auch wegen der WM 2026.
Vorab ein mir sehr wichtiger Hinweis: Es geht mir mit diesem Beitrag ausdrücklich nicht um Panikmache oder „USA-Bashing“, dafür mag ich die USA viel zu sehr. Es geht auch nicht um Politik. Die hier beschriebenen Punkte gelten sicher nicht landesweit überall gleich, vieles hängt von Bundesstaat, Region, Zeitpunkt und auch von einzelnen Behörden oder Beamten ab. Die große Mehrheit der USA-Reisen verläuft sicher weiterhin problemlos.
Ich lebe in Deutschland und kann das nur von außen beobachten, erwartet also bitte keine persönlichen Erfahrungen, ich versuche nur relevante Punkte zusammenzutragen, ok ?
Ich/wir waren in den letzten rund 30 Jahren regelmäßig in den USA unterwegs, oft auf klassischen Roadtrips quer durchs Land, teilweise auch allein in sehr abgelegenen Gegenden im Hinterland. Genau deshalb schreibe ich das hier: es hat sich für mich spürbar etwas verändert, was ich so aus früheren Jahrzehnten nicht kannte.
Der Punkt ist ja nicht, dass man automatisch Probleme bekommt – sondern dass man als ausländischer Tourist nicht weiß, ob man selbst zufällig betroffen ist, sei es durch neue Gebühren, strengere Kontrollen/Maßnahmen. Gerade deshalb halte ich es für sinnvoll, diese Entwicklungen zu benennen, damit man informiert plant und nicht unvorbereitet in unangenehme Situationen gerät.
In den letzten Monaten wurden mehrere Regelungen verschärft bzw. Preise erhöht – vieles davon betrifft uns als ausländische Touristen ganz direkt.
1. ESTA-Gebühr deutlich erhöht
Die elektronische Einreisegenehmigung (ESTA), die für visumfreies Reisen bis 90 Tage zwingend notwendig ist, kostet inzwischen statt 21 satte 40 US-$/Person. Macht bei 4 Personen schon mal 76 US-$ mehr "Eintritt".
2.Mehr Kontrolle bei der Einreise > Social Media im Fokus
Künftig sollen bei der Einreise bzw. im ESTA-/Visumsverfahren Social-Media-Accounts der letzten 5 Jahre angegeben werden. Dazu zählen Benutzernamen, ggf. frühere Mailadressen und Telefonnummern. Auch wenn das offiziell der „Sicherheitsüberprüfung“ dient, empfinden viele das als deutlichen Eingriff in die Privatsphäre.
Wer schon einmal mit einem strengeren CBP-Officer zu tun hatte, weiß, dass Nachfragen an der Grenze dadurch eher mehr als weniger werden.
Wer wie ich weder Fratzebuch noch Insta hat...wird vermutlich noch verdächtiger? Wie eher beruflich genutzte Accounts wie LinkedIn mit den dortigen Posts behandelt werden, keine Ahnung. Meine YT-Historie mit Abo's der gängigen US-Late Night Shows...ähmm, wird mir sicher keine Pluspunkte einbringen.
Ich hätte auch sehr wenig Lust mein Smartphone den Officers zu überlassen damit sie dieses auslesen.
3. Nationalparks: Systemwechsel von „pro Auto“ zu „pro Person“
Das ist für Autofahrer vermutlich der größte Einschnitt:
Bisher: Eintritt in Nationalparks meist pauschal pro Fahrzeug (z.B. 30–35 US-$/Auto für mehrere Tage), egal ob 1 oder 5 Personen im Wagen saßen. Gerade für Roadtrips mit Mietwagen extrem fair.
Künftig: Abrechnung pro Person statt pro Fahrzeug und für internationale Besucher teilweise zusätzliche Zuschläge, insbesondere in stark frequentierten Parks (Grand Canyon, Yosemite, Yellowstone usw.). Nicht‑US‑Bürger ab 16 Jahren müssen zusätzlich zur regulären Standard‑Eintrittsgebühr einen 100‑US-$ Zuschlag pro Person zahlen. Macht mal bei einer 4er-Familie = 400 US-$ extra. Gar nicht cool.
• Der bekannte Jahrespass „America the Beautiful“ steigt für Ausländer von 80 auf 250 US-$
• Gebührenfreie Besuchstage gelten nur noch für US-Bürger
4. Mietwagenpreise weiterhin auf hohem Niveau
Zwar sind wohl die extremen Nach-Corona-Preise etwas zurückgegangen, aber realistisch liegen viele Mietwagen – besonders an Flughäfen – weiterhin bei 60–80 US-$/Tag oder mehr, je nach Saison, Ort und Fahrzeugklasse. Dazu kommen Versicherungen, Einweggebühren und teilweise hohe Kautionen. Die WM wird diese Preise wohl noch höher treiben weil man zu den Stadions nicht ohne Auto hinkommt. Die Parkgebühren sollen extrem werden.
5. Hinweis zu ICE-Kontrollen im Landesinneren
Ergänzend sollte man wissen, dass ICE (Immigration and Customs Enforcement) inzwischen nicht mehr nur an Flughäfen oder in Grenznähe aktiv ist. Willkürliche Kontrollen können auch weit im Landesinneren stattfinden, z.B. an Busbahnhöfen, Raststätten, bei Verkehrskontrollen in Zusammenarbeit mit lokalen Behörden oder auch in Hotels. Ich glaube diese Erfahrung will keiner machen der nur an die deutsche Polizei gewöhnt ist.
Was es dabei nicht besser macht: ICE-Beamte verhalten sich dabei nicht wie „normale“ US-Polizisten. Sie sind primär für Einwanderungs- und Aufenthaltsrecht zuständig, treten deutlich aggressiver auf und haben andere Befugnisse. Diskussionen, Humor oder „Small Talk“, der bei normalen US-Cops manchmal funktioniert, sind hier ...eher nicht ratsam. Man sollte stets gültige Dokumente (Pass, ESTA-Nachweis, ggf. Mietwagenvertrag) griffbereit haben, ruhig bleiben und nur sachlich antworten. Auch wer legal als Tourist unterwegs ist, kann sonst schnell in unangenehme Situationen geraten.
Ich wurde über die Jahre auch 1, 2 Mal von US Cops angehalten. Sobald man erkannte das ich aus Deutschland kam, waren die dann doch eher entspannt. Darauf würde ich jetzt nicht mehr wetten.
6. Fazit
Die USA sind nach wie vor ein großartiges Land für Roadtrips: weite Straßen, beeindruckende Landschaften, tolle Eindrücke, viel Gastfreundschaft.
Aber:
- Es wird teurer, deutlich teurer für die Klassiker im Urlaub
- Es wird bürokratischer und unberechenbarer
Wer eine USA-Tour 2026 plant, sollte deutlich genauer kalkulieren als noch vor ein paar Jahren – vor allem bei Reisen mit mehreren Personen und vielen Nationalpark-Stopps.
Hier noch ein aktueller YT-Beitrag zur WM 2026.
Vorab ein mir sehr wichtiger Hinweis: Es geht mir mit diesem Beitrag ausdrücklich nicht um Panikmache oder „USA-Bashing“, dafür mag ich die USA viel zu sehr. Es geht auch nicht um Politik. Die hier beschriebenen Punkte gelten sicher nicht landesweit überall gleich, vieles hängt von Bundesstaat, Region, Zeitpunkt und auch von einzelnen Behörden oder Beamten ab. Die große Mehrheit der USA-Reisen verläuft sicher weiterhin problemlos.
Ich lebe in Deutschland und kann das nur von außen beobachten, erwartet also bitte keine persönlichen Erfahrungen, ich versuche nur relevante Punkte zusammenzutragen, ok ?
Ich/wir waren in den letzten rund 30 Jahren regelmäßig in den USA unterwegs, oft auf klassischen Roadtrips quer durchs Land, teilweise auch allein in sehr abgelegenen Gegenden im Hinterland. Genau deshalb schreibe ich das hier: es hat sich für mich spürbar etwas verändert, was ich so aus früheren Jahrzehnten nicht kannte.
Der Punkt ist ja nicht, dass man automatisch Probleme bekommt – sondern dass man als ausländischer Tourist nicht weiß, ob man selbst zufällig betroffen ist, sei es durch neue Gebühren, strengere Kontrollen/Maßnahmen. Gerade deshalb halte ich es für sinnvoll, diese Entwicklungen zu benennen, damit man informiert plant und nicht unvorbereitet in unangenehme Situationen gerät.
In den letzten Monaten wurden mehrere Regelungen verschärft bzw. Preise erhöht – vieles davon betrifft uns als ausländische Touristen ganz direkt.
1. ESTA-Gebühr deutlich erhöht
Die elektronische Einreisegenehmigung (ESTA), die für visumfreies Reisen bis 90 Tage zwingend notwendig ist, kostet inzwischen statt 21 satte 40 US-$/Person. Macht bei 4 Personen schon mal 76 US-$ mehr "Eintritt".
2.Mehr Kontrolle bei der Einreise > Social Media im Fokus
Künftig sollen bei der Einreise bzw. im ESTA-/Visumsverfahren Social-Media-Accounts der letzten 5 Jahre angegeben werden. Dazu zählen Benutzernamen, ggf. frühere Mailadressen und Telefonnummern. Auch wenn das offiziell der „Sicherheitsüberprüfung“ dient, empfinden viele das als deutlichen Eingriff in die Privatsphäre.
Wer schon einmal mit einem strengeren CBP-Officer zu tun hatte, weiß, dass Nachfragen an der Grenze dadurch eher mehr als weniger werden.
Wer wie ich weder Fratzebuch noch Insta hat...wird vermutlich noch verdächtiger? Wie eher beruflich genutzte Accounts wie LinkedIn mit den dortigen Posts behandelt werden, keine Ahnung. Meine YT-Historie mit Abo's der gängigen US-Late Night Shows...ähmm, wird mir sicher keine Pluspunkte einbringen.
Ich hätte auch sehr wenig Lust mein Smartphone den Officers zu überlassen damit sie dieses auslesen.
3. Nationalparks: Systemwechsel von „pro Auto“ zu „pro Person“
Das ist für Autofahrer vermutlich der größte Einschnitt:
Bisher: Eintritt in Nationalparks meist pauschal pro Fahrzeug (z.B. 30–35 US-$/Auto für mehrere Tage), egal ob 1 oder 5 Personen im Wagen saßen. Gerade für Roadtrips mit Mietwagen extrem fair.
Künftig: Abrechnung pro Person statt pro Fahrzeug und für internationale Besucher teilweise zusätzliche Zuschläge, insbesondere in stark frequentierten Parks (Grand Canyon, Yosemite, Yellowstone usw.). Nicht‑US‑Bürger ab 16 Jahren müssen zusätzlich zur regulären Standard‑Eintrittsgebühr einen 100‑US-$ Zuschlag pro Person zahlen. Macht mal bei einer 4er-Familie = 400 US-$ extra. Gar nicht cool.
• Der bekannte Jahrespass „America the Beautiful“ steigt für Ausländer von 80 auf 250 US-$
• Gebührenfreie Besuchstage gelten nur noch für US-Bürger
4. Mietwagenpreise weiterhin auf hohem Niveau
Zwar sind wohl die extremen Nach-Corona-Preise etwas zurückgegangen, aber realistisch liegen viele Mietwagen – besonders an Flughäfen – weiterhin bei 60–80 US-$/Tag oder mehr, je nach Saison, Ort und Fahrzeugklasse. Dazu kommen Versicherungen, Einweggebühren und teilweise hohe Kautionen. Die WM wird diese Preise wohl noch höher treiben weil man zu den Stadions nicht ohne Auto hinkommt. Die Parkgebühren sollen extrem werden.
5. Hinweis zu ICE-Kontrollen im Landesinneren
Ergänzend sollte man wissen, dass ICE (Immigration and Customs Enforcement) inzwischen nicht mehr nur an Flughäfen oder in Grenznähe aktiv ist. Willkürliche Kontrollen können auch weit im Landesinneren stattfinden, z.B. an Busbahnhöfen, Raststätten, bei Verkehrskontrollen in Zusammenarbeit mit lokalen Behörden oder auch in Hotels. Ich glaube diese Erfahrung will keiner machen der nur an die deutsche Polizei gewöhnt ist.
Was es dabei nicht besser macht: ICE-Beamte verhalten sich dabei nicht wie „normale“ US-Polizisten. Sie sind primär für Einwanderungs- und Aufenthaltsrecht zuständig, treten deutlich aggressiver auf und haben andere Befugnisse. Diskussionen, Humor oder „Small Talk“, der bei normalen US-Cops manchmal funktioniert, sind hier ...eher nicht ratsam. Man sollte stets gültige Dokumente (Pass, ESTA-Nachweis, ggf. Mietwagenvertrag) griffbereit haben, ruhig bleiben und nur sachlich antworten. Auch wer legal als Tourist unterwegs ist, kann sonst schnell in unangenehme Situationen geraten.
Ich wurde über die Jahre auch 1, 2 Mal von US Cops angehalten. Sobald man erkannte das ich aus Deutschland kam, waren die dann doch eher entspannt. Darauf würde ich jetzt nicht mehr wetten.
6. Fazit
Die USA sind nach wie vor ein großartiges Land für Roadtrips: weite Straßen, beeindruckende Landschaften, tolle Eindrücke, viel Gastfreundschaft.
Aber:
- Es wird teurer, deutlich teurer für die Klassiker im Urlaub
- Es wird bürokratischer und unberechenbarer
Wer eine USA-Tour 2026 plant, sollte deutlich genauer kalkulieren als noch vor ein paar Jahren – vor allem bei Reisen mit mehreren Personen und vielen Nationalpark-Stopps.
Hier noch ein aktueller YT-Beitrag zur WM 2026.
