AndréK91
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Moin in aller Runde!
Zur Vorstellung zu meiner Person und meinen persönlichen Weg zum Grand Cherokee ZG möchte ich auf meinen Vorstellungsthread hier hinweisen:
Neuvorstellung
Hier soll es nun in erster Linie um das Fahrzeug an sich gehen. Im April letzten Jahres habe ich mir einen Grand Cherokee ZG 5.2 limited für 6800€ gegönnt.

Zum Kauf: die Besichtigung und Probefahrt fand am späten Abend mit eingehender Dämmerung statt. Ich war gegen 19 Uhr mit dem Verkäufer verabredet und habe mich direkt nach der Arbeit auf den Weg ins über 300 Kilometer entfernte Sauerland gemacht. Es gab 3 weitere Interessenten für das Fahrzeug, und ich wollte unbedingt der erste sein. Die Bilder aus der Anzeige sahen vielversprechend aus: von außen sehr gepflegt. Zu den weiteren Eckdaten: Laufleistung 290.000 km, TÜV neu (nahezu mängelfrei: "nur" ölfeuchtes Lenkgetriebe und oberflächlich korrodierte Außenschweller). Zudem wurde der Wagen laut Verkäufer "umfangreich und liebevoll" vom Vorbesitzer umgebaut. D.h. der Wagen wurde optisch vom 5.2 limited auf den 5.9 limited LX umgebaut: höherwertigere Lederinnenausstattung, Motorhaube mit Lufthutzen, Kühlergrill, Heckklappe mit ausstellbarem Fenster, Felgen, getönte Scheiben, Infinity-Soundsystem und ein VTG-Swap auf das "beliebte" NP242 samt neuer Kardanwelle. Zitat: "...es wurde viel Schweiß und Arbeit in den Jeep investiert. Daher nur in gute Hände zu vergeben.."
Nunja. Angekommen zur Besichtigung: mein Standardablauf: Als erstes sämtliche Flüssigkeitsstände überprüft: Motoröl, Kühlflüssigkeit, Bremsflüssigkeit, ATG-Ölstand und Farbe bzw. Geruch (vor und nach der Probefahrt mit Hilfe der Kaufberatung aus dem Forum), Funktionsprüfung der Komfortausstattung (Hier: insbesondere Sitzheizung: und ja - sie funktionierte, zumindest fahrerseitig). Dann zur Probefahrt: Achten auf weiches Schaltverhalten des ATGs: für mich zum ersten Mal in einem Ammi - absolutes Neuland. Aber ich konnte nichts ruckartiges feststellen. Wagen lag sehr stramm und spritzig am Gaspedal. Von Hinterrradantrieb auf Allrad mit offenem Differential: problemlos. Gesperrter Allrad: problemlos. Geländeuntersetzung aufm schottrigen Feldweg getestet: etwas ruppiger, aber voll funktionsfähig. Einlegen des Rückwärtsgangs: ebenfalls ohne Auffälligkeiten. Enge Kurvenfahrten zwecks "Auffälligkeiten Tracklock": keine Verspannungen zu hören.
"Ja man! Es läuft!" war mein erster Gedanke. Nach 30 Minuten zurück auf den Hof. Bis jetzt alles super. Check Klimaanlage: mhmm, nicht wirklich möglich, da Außentemperatur bereits nur um die 10 Grad. Auf ein hörbares Anspringen der Klimakompressorkupplung habe ich (bedauerlicherweise) nicht geachtet...
Also nur noch ein obligatorischer Blick unter den Wagen. Dank der Bodenfreiheit bestimmt auch ohne Grube möglich, dachte ich mir. Also Handytaschenlampe an und let's go:
Puuuuuuuh. Feucht. Sehr feucht. Ölfeucht. Das Lenkgetriebe war am siffen als gäb's kein Morgen mehr. Es war alles eingesaut. Ölwanne Motor: naja, schon schlimmeres gesehen. Ölwanne ATG: joah, feucht, bekanntlich keine Ölablassschaube. Aber immerhin nicht tropfend... VA und HA-Differential: nichts auffälliges. Rost: hier muss ich sagen habe ich leider so gar keine Ahnung. Für mich sah es leider laienhaft in Ordnung aus (zu Erinnerung: Dämmerung, keine Grube, nur "Handytaschenlampe"...). Klar die Außenschweller sind durch - aber der Verkäufer sagte ja kein Problem laut TÜV-Bericht...
Ich war mit mir selbst am hadern. Rational betrachtet war es ein Nein. Wir haben geschnackt, zwei Stunden lang. Wieso ich den Wagen leider nicht kaufen kann. Unterboden mir zu heikel als Laie. Es war ein super nettes Gespräch, über Gott und die Welt, über Jeep, über seinen Zweitwagen: einen Jeep Wrangler, über den GC: mit dem er vor kurzen noch problemlos nach Kroatien gefahren sei. Über all die unbezahlte Arbeit die in den GC investiert wurde. Über die weiteren Interessenten. Über den V8, und das Lebensgefühl mit diesem Auto. Dann am Ende - ich hatte diesen kleinen, penetranten Mann im Ohr - "tu es."
Ich habe entgegen all meiner Rationalität eingeschlagen. Dieses Auto - die Probefahrt - hat mich einfach nachhaltig sprachlos gemacht.
Zeitsprung: Zwei Wochen sind seit dem Kauf vergangen. Ich sitze mit frisch gestempelten Kennzeichen im ICE runter Richtung Sauerland, kann es kaum erwarten meine neuste Errungenschaft nach Hause zu überführen. Treffen an seiner Schrauberhalle: der Wagen picobello gewaschen und aufbereitet, vom Verkäufer inklusive als "Gratisbeigabe" mit riesiger Dachbox ausgestattet. Es gibt für beide Seiten emotionale "Erinnerungsselfies" mit dem Wagen. Ich steige ein, starte den Motor - wie erwartet dieses breite Grinsen in meiner F*esse. Es geht los. Ein Traum von Auto wird wahr. Benzin und LPG-Tank sind voll. Ich entscheide mich fürs erste "sparsam" mit LPG Richtung Duisburg zu fahren - schließlich muss der Wagen als erstes meinen besten Kumpels vorgeführt werden! Ich stehe also innerorts an der roten Ampel, als ich zum ersten Mal diesen widerlichen Geruch bei heruntergelassenen Fenstern wahrnehme: zuerst erinnert es mich an den Geruch von schleifendem Kupplungsbelag. Erst beim zweiten Mal muss ich feststellen: es ist der Geruch von Gas. Autogas!
Ich schalte um auf Benzin. Der Geruch scheint zu verschwinden. In meiner Heimat Duisburg angekommen - alle meine Kumpels rasten aus und sind hellauf begeistert. So ein Auto haben sie noch nie zu Gesicht bekommen! Ich nehme sie alle zur Probefahrt mit. Anerkennendes Nicken und Grinsen.
Zeitsprung: Zwei Monate und über 3.000 Kilometer seit Kauf sind vergangen. Ich plane meinen Roadtrip runter nach Gibraltaer. Mit dem Jeep soll es auf 2200 MüNN durch die Pyrinäen gehen. Auf der Arbeit angekommen will ich den Jeep in die Parklücke setzen. Ein lautes knattern, vibrierendes Lenkrad und folgende Erkenntniss: die Riemenscheibe der Servopumpe besteht nun aus drei Teilen. Ab in die gute "freie Markenwerkstatt": 1700 Euro werden für neue Servompumpe, inklusive Riemenscheibe, Servoöl und Riemen fällig. Bemerkung der Werkstatt: der Wagen sei verkehrsunsicher: LPG-Anlage undicht, nicht fachgerecht verbaut, Bremsleitung unsachgemäß per Kabelbinder am Unterboden befestigt. Diverse weitere Rollen von Klimakompressor, Spanner, Wasserpumpe haben Spiel und gehen als nächstes hoch. Forderung: Unterschreiben eines Gewährleistungsverzichts unter bekanntgabe o.g. Mängel seitens der Werkstatt inklusive Empfehlung: Wagen nicht für den Betrieb im öffentlichen Starßenvekehr geeignet. Kein Lächeln mehr im Gesicht beim Starten des Wagens.
Zeitsprung: Acht Monate nach Kauf des Grand Cherokees: Mittlerweile habe ich das Gefühl, ich kenne jedes Geräusch am Jeep - leider! Beim letzten Ausflug zum Angelsee - mit Allrad Full Time: das VA-Differential macht scheinbar mahlende Geräusche. Beim aussteigen und Blick unter den Wagen: es sifft grenzenlos aus dem Wellendichtring des VA-Diff! Und es stinkt. Vermutung: mindestens Lagerschaden am VA-Diff. Eventuell auch Kegel- und Tellerrad hinüber? Also von nun an nur noch im Hinterradantrieb weiter...
Klimaanlage? Ohne Funktion. Klimakompressorkupplung zieht nicht an. Klimakompressor laut Werkstatt ohnehin hinüber. Kostenvoranschlag: 700€ Klimakompressor + 600€ Trocknerpatrone + Satz Arbeitsstunden. Danke, aber nein danke. Meine Lösung: kürzerer Keilrippenriemen (2090mm ohne Klimakompressor eingeschlauft, selbst gewechselt - mein erster "Schraubererfolg"). Weitere Auffälligkeiten: nicht ganz sicher, aber ATG macht beim herunterschalten vor der roten Ampel ebenfalls Geräusche wie "im alten Linienbus". Dann die Hupe: ohne Funktion. Ja richtig, ohne Funktion. Nach messen mit Multimeter und Sichtprüfung folgende Erkenntnis: originale Hupe abgeklemmt, ersetzt durch "Drucklufthorn?" mit Relais und Wackelkontakt. Aktuell halbwegs zum laufen gebracht (klingt jämmerlich).
Bremsen: beim starken Bremsen zieht der Wagen mittlerweile gefährlich unkontrollierbar nach links: Bremsanlage scheint i.O. Vermutung laut Forum: eventuell Buchsen/Lager Fahrwerk hinnüber? (Jedenfalls zieht der Wagen erst nach links, wenn der Wagen merklich nach vorne eingetaucht ist). -> Beinnahe Unfall in die linke Leitplanke. Nicht geil.
Wagen stand drei Wochen: Batterie tot. Zellspannung 5 Volt. Neue Batterie. Nach drei Tagen: neue Batterie wieder platt. Messung Ruhestrom: 700 mA
40 mA laut Forum normal. Div. Messungen durchgeführt, Sicherungen aus der zentralen Stromversorgung gezogen, Stromlaufplan besorgt, Ergebnis: BodyControllUnit oder Anh.-Kupplung. Beides hin und her getestet. Ohne Erkenntnis. Nun auf einmal wieder alles i.O. - Ruhestrom bei 20 - 40 mA...
Zeitsprung: 10 Monate nach Kauf des Grand Cherokees: Einer meiner "dienstlich gelieferten Buddys" hat in einer Ammiwerkstatt gelernt und bietet mir an mit dem Jeep auf seine Grube zu fahren, um mal gemeinsam ein Bild vom Wagen zu machen. Was nun folgt ist schwer in Worte zu fassen:
Es war ein Gefühl der absoluten Fassiglosigkeit. Ich hatte ja bereits damit gerechnet, dass nicht alles so glänzt wie eins vom Verkäufer versprochen. Aber seht doch einfach selbst:
Dateien im Anhang. Es folgt Teil II im Anschluss.
Grüße André.
Zur Vorstellung zu meiner Person und meinen persönlichen Weg zum Grand Cherokee ZG möchte ich auf meinen Vorstellungsthread hier hinweisen:
Neuvorstellung
Hier soll es nun in erster Linie um das Fahrzeug an sich gehen. Im April letzten Jahres habe ich mir einen Grand Cherokee ZG 5.2 limited für 6800€ gegönnt.

Zum Kauf: die Besichtigung und Probefahrt fand am späten Abend mit eingehender Dämmerung statt. Ich war gegen 19 Uhr mit dem Verkäufer verabredet und habe mich direkt nach der Arbeit auf den Weg ins über 300 Kilometer entfernte Sauerland gemacht. Es gab 3 weitere Interessenten für das Fahrzeug, und ich wollte unbedingt der erste sein. Die Bilder aus der Anzeige sahen vielversprechend aus: von außen sehr gepflegt. Zu den weiteren Eckdaten: Laufleistung 290.000 km, TÜV neu (nahezu mängelfrei: "nur" ölfeuchtes Lenkgetriebe und oberflächlich korrodierte Außenschweller). Zudem wurde der Wagen laut Verkäufer "umfangreich und liebevoll" vom Vorbesitzer umgebaut. D.h. der Wagen wurde optisch vom 5.2 limited auf den 5.9 limited LX umgebaut: höherwertigere Lederinnenausstattung, Motorhaube mit Lufthutzen, Kühlergrill, Heckklappe mit ausstellbarem Fenster, Felgen, getönte Scheiben, Infinity-Soundsystem und ein VTG-Swap auf das "beliebte" NP242 samt neuer Kardanwelle. Zitat: "...es wurde viel Schweiß und Arbeit in den Jeep investiert. Daher nur in gute Hände zu vergeben.."
Nunja. Angekommen zur Besichtigung: mein Standardablauf: Als erstes sämtliche Flüssigkeitsstände überprüft: Motoröl, Kühlflüssigkeit, Bremsflüssigkeit, ATG-Ölstand und Farbe bzw. Geruch (vor und nach der Probefahrt mit Hilfe der Kaufberatung aus dem Forum), Funktionsprüfung der Komfortausstattung (Hier: insbesondere Sitzheizung: und ja - sie funktionierte, zumindest fahrerseitig). Dann zur Probefahrt: Achten auf weiches Schaltverhalten des ATGs: für mich zum ersten Mal in einem Ammi - absolutes Neuland. Aber ich konnte nichts ruckartiges feststellen. Wagen lag sehr stramm und spritzig am Gaspedal. Von Hinterrradantrieb auf Allrad mit offenem Differential: problemlos. Gesperrter Allrad: problemlos. Geländeuntersetzung aufm schottrigen Feldweg getestet: etwas ruppiger, aber voll funktionsfähig. Einlegen des Rückwärtsgangs: ebenfalls ohne Auffälligkeiten. Enge Kurvenfahrten zwecks "Auffälligkeiten Tracklock": keine Verspannungen zu hören.
"Ja man! Es läuft!" war mein erster Gedanke. Nach 30 Minuten zurück auf den Hof. Bis jetzt alles super. Check Klimaanlage: mhmm, nicht wirklich möglich, da Außentemperatur bereits nur um die 10 Grad. Auf ein hörbares Anspringen der Klimakompressorkupplung habe ich (bedauerlicherweise) nicht geachtet...
Also nur noch ein obligatorischer Blick unter den Wagen. Dank der Bodenfreiheit bestimmt auch ohne Grube möglich, dachte ich mir. Also Handytaschenlampe an und let's go:
Puuuuuuuh. Feucht. Sehr feucht. Ölfeucht. Das Lenkgetriebe war am siffen als gäb's kein Morgen mehr. Es war alles eingesaut. Ölwanne Motor: naja, schon schlimmeres gesehen. Ölwanne ATG: joah, feucht, bekanntlich keine Ölablassschaube. Aber immerhin nicht tropfend... VA und HA-Differential: nichts auffälliges. Rost: hier muss ich sagen habe ich leider so gar keine Ahnung. Für mich sah es leider laienhaft in Ordnung aus (zu Erinnerung: Dämmerung, keine Grube, nur "Handytaschenlampe"...). Klar die Außenschweller sind durch - aber der Verkäufer sagte ja kein Problem laut TÜV-Bericht...
Ich war mit mir selbst am hadern. Rational betrachtet war es ein Nein. Wir haben geschnackt, zwei Stunden lang. Wieso ich den Wagen leider nicht kaufen kann. Unterboden mir zu heikel als Laie. Es war ein super nettes Gespräch, über Gott und die Welt, über Jeep, über seinen Zweitwagen: einen Jeep Wrangler, über den GC: mit dem er vor kurzen noch problemlos nach Kroatien gefahren sei. Über all die unbezahlte Arbeit die in den GC investiert wurde. Über die weiteren Interessenten. Über den V8, und das Lebensgefühl mit diesem Auto. Dann am Ende - ich hatte diesen kleinen, penetranten Mann im Ohr - "tu es."
Ich habe entgegen all meiner Rationalität eingeschlagen. Dieses Auto - die Probefahrt - hat mich einfach nachhaltig sprachlos gemacht.
Zeitsprung: Zwei Wochen sind seit dem Kauf vergangen. Ich sitze mit frisch gestempelten Kennzeichen im ICE runter Richtung Sauerland, kann es kaum erwarten meine neuste Errungenschaft nach Hause zu überführen. Treffen an seiner Schrauberhalle: der Wagen picobello gewaschen und aufbereitet, vom Verkäufer inklusive als "Gratisbeigabe" mit riesiger Dachbox ausgestattet. Es gibt für beide Seiten emotionale "Erinnerungsselfies" mit dem Wagen. Ich steige ein, starte den Motor - wie erwartet dieses breite Grinsen in meiner F*esse. Es geht los. Ein Traum von Auto wird wahr. Benzin und LPG-Tank sind voll. Ich entscheide mich fürs erste "sparsam" mit LPG Richtung Duisburg zu fahren - schließlich muss der Wagen als erstes meinen besten Kumpels vorgeführt werden! Ich stehe also innerorts an der roten Ampel, als ich zum ersten Mal diesen widerlichen Geruch bei heruntergelassenen Fenstern wahrnehme: zuerst erinnert es mich an den Geruch von schleifendem Kupplungsbelag. Erst beim zweiten Mal muss ich feststellen: es ist der Geruch von Gas. Autogas!
Ich schalte um auf Benzin. Der Geruch scheint zu verschwinden. In meiner Heimat Duisburg angekommen - alle meine Kumpels rasten aus und sind hellauf begeistert. So ein Auto haben sie noch nie zu Gesicht bekommen! Ich nehme sie alle zur Probefahrt mit. Anerkennendes Nicken und Grinsen.
Zeitsprung: Zwei Monate und über 3.000 Kilometer seit Kauf sind vergangen. Ich plane meinen Roadtrip runter nach Gibraltaer. Mit dem Jeep soll es auf 2200 MüNN durch die Pyrinäen gehen. Auf der Arbeit angekommen will ich den Jeep in die Parklücke setzen. Ein lautes knattern, vibrierendes Lenkrad und folgende Erkenntniss: die Riemenscheibe der Servopumpe besteht nun aus drei Teilen. Ab in die gute "freie Markenwerkstatt": 1700 Euro werden für neue Servompumpe, inklusive Riemenscheibe, Servoöl und Riemen fällig. Bemerkung der Werkstatt: der Wagen sei verkehrsunsicher: LPG-Anlage undicht, nicht fachgerecht verbaut, Bremsleitung unsachgemäß per Kabelbinder am Unterboden befestigt. Diverse weitere Rollen von Klimakompressor, Spanner, Wasserpumpe haben Spiel und gehen als nächstes hoch. Forderung: Unterschreiben eines Gewährleistungsverzichts unter bekanntgabe o.g. Mängel seitens der Werkstatt inklusive Empfehlung: Wagen nicht für den Betrieb im öffentlichen Starßenvekehr geeignet. Kein Lächeln mehr im Gesicht beim Starten des Wagens.
Zeitsprung: Acht Monate nach Kauf des Grand Cherokees: Mittlerweile habe ich das Gefühl, ich kenne jedes Geräusch am Jeep - leider! Beim letzten Ausflug zum Angelsee - mit Allrad Full Time: das VA-Differential macht scheinbar mahlende Geräusche. Beim aussteigen und Blick unter den Wagen: es sifft grenzenlos aus dem Wellendichtring des VA-Diff! Und es stinkt. Vermutung: mindestens Lagerschaden am VA-Diff. Eventuell auch Kegel- und Tellerrad hinüber? Also von nun an nur noch im Hinterradantrieb weiter...
Klimaanlage? Ohne Funktion. Klimakompressorkupplung zieht nicht an. Klimakompressor laut Werkstatt ohnehin hinüber. Kostenvoranschlag: 700€ Klimakompressor + 600€ Trocknerpatrone + Satz Arbeitsstunden. Danke, aber nein danke. Meine Lösung: kürzerer Keilrippenriemen (2090mm ohne Klimakompressor eingeschlauft, selbst gewechselt - mein erster "Schraubererfolg"). Weitere Auffälligkeiten: nicht ganz sicher, aber ATG macht beim herunterschalten vor der roten Ampel ebenfalls Geräusche wie "im alten Linienbus". Dann die Hupe: ohne Funktion. Ja richtig, ohne Funktion. Nach messen mit Multimeter und Sichtprüfung folgende Erkenntnis: originale Hupe abgeklemmt, ersetzt durch "Drucklufthorn?" mit Relais und Wackelkontakt. Aktuell halbwegs zum laufen gebracht (klingt jämmerlich).
Bremsen: beim starken Bremsen zieht der Wagen mittlerweile gefährlich unkontrollierbar nach links: Bremsanlage scheint i.O. Vermutung laut Forum: eventuell Buchsen/Lager Fahrwerk hinnüber? (Jedenfalls zieht der Wagen erst nach links, wenn der Wagen merklich nach vorne eingetaucht ist). -> Beinnahe Unfall in die linke Leitplanke. Nicht geil.
Wagen stand drei Wochen: Batterie tot. Zellspannung 5 Volt. Neue Batterie. Nach drei Tagen: neue Batterie wieder platt. Messung Ruhestrom: 700 mA
Zeitsprung: 10 Monate nach Kauf des Grand Cherokees: Einer meiner "dienstlich gelieferten Buddys" hat in einer Ammiwerkstatt gelernt und bietet mir an mit dem Jeep auf seine Grube zu fahren, um mal gemeinsam ein Bild vom Wagen zu machen. Was nun folgt ist schwer in Worte zu fassen:
Es war ein Gefühl der absoluten Fassiglosigkeit. Ich hatte ja bereits damit gerechnet, dass nicht alles so glänzt wie eins vom Verkäufer versprochen. Aber seht doch einfach selbst:
Dateien im Anhang. Es folgt Teil II im Anschluss.
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