NAG1 722.6 DIY Getriebespülung und Reinigen der Schaltgruppe

Diskutiere NAG1 722.6 DIY Getriebespülung und Reinigen der Schaltgruppe im Forum Grand Cherokee WH, WK / Commander XK Forum im Bereich Grand Cherokee / Commander Forum - Hallo zusammen, nach knapp 3000km Wegstrecke nach Spanien und zurück sind wir wieder mit dem Gespann in Deutschland angekommen. Ohne Defekte aber...
  • Ersteller Ersteller Solkane
  • Erstellt am Erstellt am
Solkane

Solkane

Member
Dabei seit
15. März 2023
Beiträge
236
Punkte
253
Fahrzeug
2006 3.0CRD Jeep Commander
Hallo zusammen,

nach knapp 3000km Wegstrecke nach Spanien und zurück sind wir wieder mit dem Gespann in Deutschland angekommen.
Ohne Defekte aber mit 3x auffälligkeiten:

1. Gefühlsmäßig schaltet das NAG1 vom 2-3 Gang länger wie von 1-2; 3-4; 4-5
2. Ab und zu gibt es einen Schlag beim Einlegen von D-R im Stillstand
3. Fährt man im Schubbetrieb und gibt mehr wie 20-30% Pedalwert gibt es einen Schlag auf den Antriebsstrang, gibt man nur leicht Gas kann man es verhindern.

Getriebeöl dürfte 30tkm alt sein nach dem letzten Ölwechsel mit Fuchs Titan ATF 4134. Buchsen des Vorderachsdifferentials sind vor 2 Jahren neu gekommen.

Ich würde gerne mit der Redneck Methode einmal das Getriebe spülen und dannach die Schaltplatte zerlegen und reinigen. Also alten Filter zerflexen und Schlauch auf die Ansaugung stecken und mit demontierter Wanne 2x 5L Mannol Dexron VI durchspülen, Hauptsache das im Wandler frisches Öl ist. Anschließend Schaltplatte demontieren und das Sieb im Zulauf und die zwei der Regelventile im Ultraschallbad reinigen. Restliche Kanäle mit Bremsenreiniger und Lederlappen reinigen.

Aufgrund von Auffälligkeit "2. Ab und zu gibt es einen Schlag beim Einlegen von D-R im Stillstand" würde ich das Druckeinspeiseventil 0027083 sowie das WÜK Ventil A2402701700 tauschen.

Aufgrund von Auffälligkeit "1. Gefühlsmäßig schaltet das NAG1 vom 2-3 Gang länger wie von 1-2; 3-4; 4-5" habe ich das Ventil 2-3 in Verdacht, das sollte die TN: 1402770535 haben.

Ich hoffe das ich mit den oben 2 genannten Maßnahmen evtl. auch die Auffälligkeit "3. Fährt man im Schubbetrieb und gibt mehr wie 20-30% Pedalwert gibt es einen Schlag auf den Antriebsstrang, gibt man nur leicht Gas kann man es verhindern." dann weg ist, alternativ habe ich überlegt ob das durch eine Kettenlängung im VTG herkommen könnte. Kette gibts von NTY für ca. 120€.

1788251021133.png

Was haltet ihr von der Vorgehensweiße? Hat hemand alternative vorschläge bzw. Erfahrungen schon gemacht?

Vielen Dank für eure Unterstützung.

Edit: Ich würde nach der ganzen Aktion mit JSCAN die Adaptionswerte des Getriebes zurücksetzen und das NAG1 sich neu anlernen lassen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich würde gleich mit dem richtigen Zeug spülen. Fuchs Titan, wie mir von einem Getriebe Überholer bestätigt wurde. Der 20l Kanister war gar nicht so teuer...

Auf den Stutzen meines abgesägten Ölfilters passte genau ein Faltenschlauch von einem IKEA Küchensyphon. Dann konnte man den Kanister daneben stellen und eine große Wanne drunter.
Den Kühler bekommst du damit aber nicht gespült. Der Thermostat wird gar nicht erst öffnen. Dafür müsstest du dir einen Adapter bauen oder das Thermostat-Eleminier Teil einbauen, das einige Hersteller anbieten.

Die Toträume in den "Kolbenkammern" bekommt man auch nicht gespült. Ich denke mit einer teuren Getriebespülung auch nicht.

Ich glaube auch nicht, das du den Rotz aus dem Wandler bekommst. Der wird ja durch die Fliehkraft nach aussen geschleudert. Der Abfluss ist aber eher Richtung Mitte. Das Öl bekommt man damit getauscht, der Rotz wird aber wohl drin bleiben.

Wenn die 200.000 erreicht sind, wird die Wandler-Überbrückungskupplung fertig sein. Der Abrieb wird auch immer wieder im Schalt/ Ventil-kasten landen. Und evtl. Ventile verklemmen...

Den Ölstand beim NAG1 misst man übrigens entgegen der Internet Mär nicht vom Wannenboden, sondern von einer definierten Stelle in dem Leiterplatten Teil nach unten. Mit dem richtigen Messstab! Die kleine Verdickung oberhalb der Messskala zentriert sich in dem Kunststoffteil. Die Messspitze hängt dann frei nach unten. Ca. 15mm über dem Wannenboden. Man sieht es gut bei abgenommener Ölwanne und eingeschobenem Messstab. Die Nachbau Messstäbe sollen wohl manchmal verklemmen, oder abbrechen.

Die Siebe im Ventilkasten waren bei mir sauber. Hatte auch gedacht, da wäre was drin verstopft. Die O Ringe könnten eher undicht geworden sein. Die O Ringe sind im Elring Dichsatz mit drin. Ich hatte das Gefühl das alle O Ringe im Getriebe irgendwie wabbelig/ aufgequollen waren. Aber 20 Jahre sind ja auch ein bisschen.

Das Rucken könnte evtl. auch von defekten Kreuzgelenken in der hinteren Kardanwelle kommen?
Der Getriebausgangswellen Adapter hat sich auch einigermassen in die Eingangswelle des Allradgetriebes eingearbeitet. Der hätte locker einen cm weiter aufgeschoben werden können, wäre das Alu Zwischenstück zw. Automatik und Allradgetriebe kürzer. Spiel ist da mittlerweile überall. Die Kette könnte es natürlich auch sein. Original (Borg Warner) hab ich die auch schon für um die 120 gesehen. Ich würde da auf keinen Fall diesen Zubehör Müll einbauen.

Das Rücksetzen der Adaptionswerte (und gleichzeitiger Einbau eines anderen, gereinigten (gebrauchten) Ventilkastens) hat die Schaltstöße eigentlich eher verschlimmert. Die Wandlerkupplung war noch deutlicher zu spüren und zusätzlich dann auch 1-2 und 2-3... Auch nach ein paar Tausend km.
Ich hab aber auch die Anleitung für das Adaptieren nicht befolgt. Das war mir zu lang, bei ungewissem Ausgang. Das Steuergerät speichert angeblich nur alle 10min die Werte und das Öl muss über 60 Grad sein. Das mag aber auch nur die frühen Versionen das NAG1 der Fall betreffen.
Die gesamte Literatur stammt aus den Anfängen des NAG1 und ist nicht Up-to-Date mit unserem Apparat. Das neuste Manual von ATSG ist -meine ich- von Anfang der 2000er. Und Fehler sind auch noch drin. (wie leider in jedem Manual)
Ohne die zwei ATSG und das WH Werkstatthandbuch hätte ich aber mein Getriebe wohl nicht auseinandergebaut... Oder nicht wieder funktionierend zusammen...
 
ATSG und WH/XK Handbücher sind vorhanden. Da ich keine Ahnung habe wie alt das ATG ist, evtl. sogar mal getauscht wurde würde ich gerne die Aktion starten.

Hast du mir einen Link zu dem Elring Dichtsatz oder eine Bestellnummer?
Da die WüK ja per PWM angesteuert wird kann ich mir schon gut vorstellen das das Ventil evtl. nicht mehr richtig taktet:

Anleitung: Mercedes 722.6 Automatikgetriebe WÜK Magnetventil einfach wechseln - Der Pade
Die WÜK arbeitet normalerweise in den folgenden Zuständen:

  • Offen: Im 1. Gang unterhalb von 2000 U/Min
  • Schlupfend: In den Gängen 2. und 3. zwischen 1000 U/Min und 2000 U/Min
  • Geschlossen: Oberhalb von 2000 U/Min (ausgenommen der 1. Gang)

Ich würde gerne den Versuch starten, wenn es eine Verbesserung bringt ist es doch gut. Falls nicht kann ich mir immer noch den Gedanken mache ob ich über die Brücke Gehe und mir ein Gebrauchtes ATG mit VTG gleich organisiere.

Das Rucken könnte evtl. auch von defekten Kreuzgelenken in der hinteren Kardanwelle kommen?
Der Getriebausgangswellen Adapter hat sich auch einigermassen in die Eingangswelle des Allradgetriebes eingearbeitet. Der hätte locker einen cm weiter aufgeschoben werden können, wäre das Alu Zwischenstück zw. Automatik und Allradgetriebe kürzer. Spiel ist da mittlerweile überall. Die Kette könnte es natürlich auch sein. Original (Borg Warner) hab ich die auch schon für um die 120 gesehen. Ich würde da auf keinen Fall diesen Zubehör Müll einbauen.

Schau ich mir an wenn die ersten Maßnahmen nicht gebracht haben und ich das VTG aufmachen muss/will.


Dafür müsstest du dir einen Adapter bauen oder das Thermostat-Eleminier Teil einbauen, das einige Hersteller anbieten.
Wo grieg ich den her ?
 
Der Dichtsatz hat die Nummer Elring 428.390. Der von Febi sieht fast identisch aus. Obs der Gleiche ist, kann ich nicht sagen. Die Verpackung ist denkbar dämlich. Gerne sind die Teflon Dichtringe gebrochen. Also gleich nachsehen, wenn der Satz ankommt.

Wann deine WÜK arbeitet siehst du am Besten wenn du mit JScan ins Getriebe Modul gehst und unter Live Daten die TCC anzeigen lässt. Mir wurde gesagt die wäre immer schlupfend. Ich habe bisher noch nicht gesehen, das bei mir "Lock" stand. Hab auf der Autobahn aber nachher nicht mehr nachgesehen.

Die Literatur erzählt alles Mögliche über die Kupplung: Nur ab 2. Gang und so... Mit JScan kannst du nachsehen wann deine schlupft und wann nicht.

Den Thermal bypass findest du hier beschrieben: Thermal Bypass Eliminator Kit - 72760-02K

Ich würde bei den Getriebe Überholern nachfragen und direkt aus USA.

Ein gebrauchtes Getriebe dürfte im gleichen Zustand sein wie deins. Das Geld steckst du besser in die Überholung von Deinem.
 
Da Febi genannt wurde...
Ich bin davon geheilt, zumindest was den Rep.-Satz vom Getriebestecker betrifft... zwei Stück verbaut und immer wieder undicht...dann von Mercedes und der war auf Anhieb dicht...
Ich hatte schon Zweifel an meinereiner...
 
Moin,

ich habe im Jahr 2018 eine Spülung nach der TE-Methode an unserem Chrysler-Crossfire 3.2V6 mit NAG-1 / 722.6 machen lassen.

Da hatte der XF um die 130.000KM auf der Uhr und das ATG-Öl war schon arg dunkel und somit verbraucht.

Ganz offensichtlich war das noch die erste Füllung, der einzige Vorbesitzer hat das scheinbar nie
gewechselt.

Auf die Sauerrei hatte ich allerdings überhaupt einfach keine Lust. :no:

Benötigt wurden für die Spülung um die 20 Liter ATF.

Das Problem war, dass die Gänge zuvor sehr ruppig eingelegt worden sind vom ATG, insbesondere bei kälteren Aussentemperaturen.

Aber auch bei wärmeren Aussentemperaturen waren die Schaltvorgänge von dem NAG-1
sehr ruppig und deutlich spürbar und auch nicht in dem entsprechenden Drehzahlbereich.

Der Rückwärtsgang wurde ebenfalls deutlich spürbar eingelegt mit einem heftigen Schaltruck.

Nach der Spülung nach der TE-Methode war alles wieder gut.

Getauscht wurde dabei auch der Mechantronicstecker ( Thema dürfte bekannt sein... ;) )
und auch die Leiterplatte : MB Teilenummer 1402700761

Beide Teile habe ich seinerzeit in der örtlichen MB-Niederlassung beschaffen können.

Filter und Dichtung natürlich auch neu und auch von dort.

Seitdem läuft das ATG wieder einwandfrei wie im Neuzustand, bis heute.

Wenn auch bis heute nicht viele Kilometer dazu gekommen sind, ist halt das Sommer-Spassmobil... :king:

Gruß Micha
 

Anhänge

  • MB Mechatronikschalter.jpg
    MB Mechatronikschalter.jpg
    199 KB · Aufrufe: 6
Zuletzt bearbeitet:
Hi.
Ich war heuer auf einer Tour nach in die Pyrenäen zum Offroaden. Waren am Schluß 5.000km.
Da ist mir auch aufgefallen - gerade wenn man die Gängen manuell wählt wegen Gelände oder Pässe... - dass zum einen wenn man das Gaspedal nicht gaaanz vorsichtig betätigt ein ordentlicher Ruck spürbar ist und auch dass wenn der Wagen warm ist und ich von R auf D wechsle ein deutlicher Ruck vorhanden ist (D auf R nicht).
Dann werde ich wohl oder übel das Getriebe auch mal spülen müssen und hoffen, dass es dann weg ist.
Ob das in den 170.000 die er drauf hat schonmal gemacht wurde, weiß ich nicht.

Grüße Max
 
Ich hatte dasselbe Problem, nach einer Getriebespülung und neues Getriebeöl war alles wieder ok - bis heute.
 
Thema: NAG1 722.6 DIY Getriebespülung und Reinigen der Schaltgruppe

Ähnliche Themen

YJ 2.5 ging während der Fahrt aus - Motor startet nicht mehr

Ruckeln und Motoraussetzer bei Fahrt

( Differenzial-)Diagnostik Poltern auf Vorderachse WH CRD

Die Wahrheit über Chiptuning

XJ mit Startproblemen

Zurück
Oben