gelöst: Motorölverlust am 2.2l Diesel

Diskutiere gelöst: Motorölverlust am 2.2l Diesel im Forum Wrangler JL, JLU Forum im Bereich Wrangler Forum - Servus zusammen, kurz vor der diesjährigen Westalpen-Tour überraschte mich mein Wrangler mit einer Motoröl-Inkontinenz aus dem Bereich um...
Todi

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JLU Rubicon 2,2 Diesel MY 2020
Servus zusammen,

kurz vor der diesjährigen Westalpen-Tour überraschte mich mein Wrangler mit einer Motoröl-Inkontinenz aus dem Bereich um den/oberhalb des Anlasser/s…

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Da auf Grund der großzügigen Verteilung des Motoröles die genaue Quelle nicht zu lokalisieren war, wurde der Motorraum gereinigt und die erreichbaren Schrauben der oberen Ölwanne leicht nachgezogen. So wurde ich dann mit der “Aufgabe” regelmäßig den Ölstand zu kontrollieren auf die Reise geschickt…

Manche sprechen zwar bei einem “Ölverbrauch” von ca. 1 Liter auf 5.000 km von einem normalen Verbrauch. Keineswegs normal ist allerdings, dass der JL überall wo er länger als 1 Stunde steht sein Revier markiert…

Letzte Woche stand dann der 80.000er Service an, während dessen auch dem Ölverlust auf die Spur gegangen wurde - und der Ölfilterflansch wurde als “Übeltäter” entlarvt. Am Ölfilterflansch sitzen 2 O-Ringe die den Flansch “stumpf” gegen entsprechende Bohrungen im Motorblock abdichten (sollen)…

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Diese O-Ringe härten offensichtlich unter der thermischen Einwirkung an ihrem Einsatzort aus, wodurch sie die ihnen zugedachte Abdichtungsarbeit unter den entstehenden Drücken nicht mehr vollständig leisten können und somit einen Teil des Motoröls in die Umwelt entlassen.

Wer die aktuelle Ersatzteilpolitik von Jeep/FCA/Stellantis kennt wird es vielleicht vermuten… aber es ist unglaublich - die betreffenden O-Ringe gibt es nicht als einzelnes Ersatzteil (obwohl der Austausch in der Werkstattdokumentation beschrieben ist). Statt dessen wird der komplette Ölfilterflansch gewechselt. Und da der Ölfilterflansch auch den Ölkühler (Öl/Wasser-Wärmetauscher) enhält, darf natürlich zusätzlich das Kühlwasser abgelassen und erneuert werden. Ein Bild der anderen Seite des Ölfilterflansches macht das deutlich…

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Der auf dem Bild linksseitig sichtbare Stecker ist übrigens der Anschluss vom Öldruckschalter. Man kann sich daher vorstellen, dass der gesamte Ölfilterflansch bei laufendem Motor ordentlichen Drücken ausgesetzt ist.

In meinem Fall hatte ich Glück dass das Ersatzteil innerhalb 1 Tages lieferbar war. Mein JL stand somit nur 2 Tage (incl. 80.000er Service) beim Pauli und ich wurde vorbildlich über den Verlauf telefonisch informiert (Schadenfeststellung - Lieferzeit Ersatzteil - Fertigmeldung).

Als ich mir die Stelle zum ersten Mal angeschaut habe, dachte ich noch… verdammt, um da dran zu kommen muss das Getriebe raus - aber es geht ohne Getriebeausbau. Luftfilterkasten, Lüfter und rechte Radhausschale müssen raus…

Bei mir war es eine Garantiearbeit, daher belasten mich die Kosten nicht… nach Ablauf der Garantie würde ich mich aber definitiv auf die Suche nach passenden O-Ringen machen…

Vielleicht hilft meine Dokumentation dem ein oder anderen bei der Fehlersuche falls ähnliche Symptome vorliegen.

Gruß
Todi

PS. @Rob_Cassel Robin? Habt ihr schon ein Ergebnis zu eurem Ölverlust?
 
Zuletzt bearbeitet:
wird wohl einen grund haben, warums die o-ringe nicht einzeln gibt. ev. würde wg. des problems das bauteil geändert. dann hast zwar neue o-ringe drin, aber es läuft nach kurzer zeit wieder raus. und dann?
 
Ich glaube schon, dass O-Ringe von entsprechender Qualität das Problem auch langfristig lösen können...ich erinnere mich an BMW- 4.0 V8 Motoren, wo auch ein O-Ring an einer "Verschlussplatte" (Ölkühleranschluss für wärmere Regionen) durch vorzeitige Alterung ständig undicht wird....Schön ist solch Sauerei nicht....
 
Perfekt, das wird mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit auch mein Problem sein.
Leider noch nicht, ich warte seit mehreren Tagen auf einen Anruf bezüglich eines Termins. Mein Sensor ist auch gekommen das heißt die MKL kann sich im Display auch bald wieder ausruhen bis zum nächsten Fehler 😂
 
Gab es das nicht auch schon beim JK? Da war doch was wenn ich nicht irre.

G Heiko
 
Hi, sehr spannender Bereicht, habe auch einen Verlust. Wo sitzt der Kühler?
Bei mir war zunächt der Verdacht auf den Simmerring wischen Motor/Getriebe
 
[…] Wo sitzt der Kühler? […]

Rechts am Motorblock (Beifahrerseite). Von unten kommst du ran wenn du das rechte Vorderrad und die Radhausschale entfernst. Sollte dafür auf der Bühne stehen damit die Achse aushängen kann, sonst wird‘s eng.

Von oben siehst du den nur wenn du den Luftfilterkasten rausnimmst.

@Frank SE hat mittlerweile auch die passenden O-Ringe gefunden… siehe hier:

Ölfiltergehäuse JLU 2.2 Diesel

Das ist übrigens ein Öl-/Wasser-Wärmetauscher… also bitte vor der Demontage das Kühlsystem drucklos machen, sonst gibts ne Dusche…

Gruß
Todi

PS. Schau aber erstmal nach ob‘s das wirklich ist bevor du alles wegschraubst… wenn die O-Ringe undicht sind siehst du das gut am Motorblock
 
Bei mir ist jetzt auch der Ölkühler defekt.
Inkl Flüssigkeiten kostet das schlappe 1000€ bei Jeep.
 
Bei mir ist jetzt auch der Ölkühler defekt.
Inkl Flüssigkeiten kostet das schlappe 1000€ bei Jeep.

Ich glaube nicht dass der Öl-Wasser-Wärmetauscher defekt ist... auch bei dir werden es höchstwahrscheinlich die O-Ringe sein die ausgehärtet sind.

Such dir eine Werkstatt die gewillt ist die O-Ringe zu tauschen... falls München für dich in erreichbarer Entfernung ist, kannst du auch versuchen uns zu "bestechen"... grad haben wir kein laufendes "Forenprojekt" bzw. die laufenden stocken grad etwas... dann machen wir das Öldruckthema gleich mit...;)

Teile wären sogar noch "auf Lager"...

Gruß
Todi
 
Ist ja wie bei meinem Wagenheber. Statt des defekten und leicht tauschbaren O-Rings wird nur der komplette Hydraulikzylinder als Ersatzteil verkauft. Sollte rund 90% des Preises für einen kompletten Heber kosten. Ich hoffe, der Ölfilterflasch steht in einer günstigeren Relation zum Fahrzeugpreis. :angel:
 
falls München für dich in erreichbarer Entfernung ist, kannst du auch versuchen uns zu "bestechen"... grad haben wir kein laufendes "Forenprojekt" bzw. die laufenden stocken grad etwas... dann machen wir das Öldruckthema gleich mit...;)

Teile wären sogar noch "auf Lager"...

Gruß
Todi

@Todi womit müsste man euch denn bestechen?

Als ich meinen Backstein vorhin in die Tiefgarage zum Beladen gefahren habe musste ich beim Aussteigen erschrocken feststellen, dass er auf dem Weg dahin eine ca. 50m lange Öltropfspur hinterlassen hat und sich am Abstellort eine kleine Ölpfütze gebildet hat. Also direkt Motor aus, drunter gelegt und genau diese Stelle ölverschmiert vorgefunden. Nachdem der Motor aus und kein Öldruck mehr vorhanden war, trat auch kein weiteres Öl aus.

Ärgert mich doppelt, da beim letzten Service vor 4.5 Monaten bereits eine "kleine, aber unproblematische Undichtigkeit am Ölkühler" gefunden wurde, dies allerdings erst bei Abholung des Wagens kommuniziert wurde, weshalb ich es nicht gleich erledigen lassen konnte. Mein Gedanke war dann diese Werkstatt zu meiden und es diesen Frühling entweder selbst anzugehen wenn es wieder warm ist, da ich die Stelle stets im Auge behalten habe und keinen Ölaustritt feststellen konnte, oder es im Rahmen des nächsten Service bei Pauli gemeinsam mit der Öldruck-Prävention machen zu lassen.

Zeigt mir mal wieder, dass man Probleme nie aufschieben sollte, und ich aus meiner eigenen Dummheit lernen musste.

Wäre deshalb über jegliche Hilfe dankbar.
 
Servus nochmal,

nachdem die Reparatur meinerseits nun schon einen Monat her ist, und er seit dem Tausch der Dichtungen wieder problemlos läuft, kann ich sagen dass diese auch bei mit das Problem des Ölverlustes waren.

Ich habe ein paar Bilder während des Ausbaus gemacht, um das Vorgehen ein wenig besser zu beschreiben - es soll keine Anleitung sein sondern eher ein Erfahrungsbericht wie ich es gemacht habe.

Der generelle Start sollte relativ klar sein - also Batterie abklemmen, Öl ablassen, Kühlmittel ablassen, Vorderrad Beifahrerseite und Fender mit Radhausschale abnehmen. (An der Stelle habe ich gleich die Gelegenheit genutzt und die AUX-Batterie nun auch physisch zu entfernen - Kasten auf den der grüne Pfeil zeigt.)
IMG_6038.jpg
Außerdem muss das Auto am Rahmen gehoben werden, damit die Vorderachse aushängen kann und man genug Platz zum Ausbauen hat.

Jetzt beginnt der spannende Teil, bei dem man sich die Finger verbiegen darf.
Am Ölkühler bei beiden Kühlmittelschläuchen (grüne Pfeile) den Sicherungsring lösen und diese abziehen, ich hab dann alle 4 Öffnungen mit Stopfen versehen damit kein Dreck in den Kreislauf kommen kann. Dann noch den Stecker vom Öldrucksensor (blauer Pfeil) abziehen und das komplette Gehäuse ist schlauch- und kabelfrei.
IMG_6041.jpg

Das Ölfiltergehäuse selbst ist an 4 Stellen mit dem Motorblock verschraubt. An Stelle 1 und 2 sind Sechskantschrauben die man relativ einfach rauschrauben kann, an Stelle 3 und 4 sind Muttern auf Gewindebolzen die schon etwas komplizierter herauszubekommen sind.
IMG_6074.PNG

Ich habe erst die Muttern abgeschraubt und dann mit der "Doppelmutter-Methode" die Stehbolzen rausgedreht - nur um danach festzustellen, dass diese auch eine E7-Torxaufnahme haben. Diese habe ich dann beim Einbau benutzt, um die Bolzen wieder reinzuschrauben.
IMG_6075(1).jpg

Wenn all diese Dinge entfernt sind ist das Ölfiltergehäuse lose und man muss "nur" noch schaffen es zwischen all den anderen Schläuchen, Kabeln und sonstigen Bauteilen zu befreien und auf die Werkbank zu bekommen.
Ich habe das tatsächlich von unten geschafft ohne den halben Motorraum auseinanderbauen zu müssen. Dafür habe ich die Schelle am grünen Pfeil gelöst und ein wenig mehr Kühlmittel auslaufen lassen.
IMG_6095.jpg
Dann konnte ich die beiden entstandenen Enden so zur Seite drücken, dass ich das Ölfiltergehäuse mit etwas Gefummel final über die Achse nach vorne bergen konnte.
IMG_6100.jpg

Dann die Dichtungen durch die bereits verlinkten von Elring ersetzt und alles wieder in umgekehrter Reihenfolge eingebaut. Gerade bei den Schrauben und Stehbolzen sollte man in das Drehmoment-Sheet seines Vertrauens schauen, um alles wieder mit der richtigen Kraft anzuziehen.
Ich habe auch gleich noch den Ölfilter getauscht als das Teil noch ausgebaut war, so einfach war der noch nie zu wechseln :smilewinkgrin:.

Nachdem ich dann Öl und beide Kühlmittelkreisläufe wieder aufgefüllt habe lief er wieder ohne Probleme und konnte schön Öldruck aufbauen ohne Öl zu verlieren.
Ich habe allerdings noch einige Tage ein Stück Pappe unter die Ölwanne gelegt, denn hier hat sich der wohl zum Schutz gedachte umliegende Schaumstoff ein wenig mit Öl vollgesogen, welches dann auch nach erfolgter Reparatur noch etwas abgetropft ist.

Vielen Dank an dieser Stelle auch noch an @Todi und @Frank SE für eure Expertise und Vorarbeit in diesem Bereich :smilejap:.
 
Moin, hatte auch mal ein Leckageproblem, Verdacht war Ölkühler, es war aber die ausgehärtete Dichtung am Ölpeilstab. Auch ein Konstruktionsfehler…
 
Thema: gelöst: Motorölverlust am 2.2l Diesel
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