Ganz unternehmensunabhängig - die Probleme sind hausgemacht und man bezahlt sie als Kunde.
So ein Unternehmen denkt von Quartal zu Quartal.
Die Zahlen für die Börse müssen passen und werden notfalls passend gemacht, egal zu welchen Kosten.
Eine Kursanpassung ist kaum möglich, da man der eigenen Rede nicht untreu werden kann/darf.
Wenn Verluste bzw. Einbruch, dann gewaltig und alles wird kaputt geschoben und man fängt aus der
Asche neu an. Das kann verziehen werden und es geht weiter.
Dazu kommt im Fall Stellantis:
- Qualitätsanspruch runter - eine Standzeit ist nach der Mindeststandzeit bedeutungslos.
- Eine Konstruktion muss cheap zu realisieren sein, die Funktion nur tendenziell erfüllt.
- Entwicklungszyklus eingedampft - es kommt nicht auf den Markt, wenn fertig, sondern wenn die
Zeit abgelaufen ist. Einen Platz für einen Projekt-Neustart bzw. New-/Reengineering gibt es nicht.
- Die Gleichteile-Strategie ist gesetzt - die Funktion verliert an Bedeutung.
- Zwecks Neukunden - man bedient das Klischee, den Brand und verliert die Funktion aus dem Auge.
- Echte Wünsche von Bestandskunden werden kaum berücksichtigt.
- Man kreiert Top-Modelle, da man damit mit marginalem Mehr-Aufwand sehr hohe Margen erzielt.
- Als Folge dessen zerstört man eine Markenidentität.
- usw ...
Soweit der eine Part der Fehlleistung.
Dazu kommt noch das Desaster aus der Elektromobilität ...
Es ist immer wieder ein sehr ähnliches Szenario.
Bei Stellantis war das mit Ansage - dort hat man schon sehr viel ignoriert.
Mit das Grundproblem ist/war dort, dass man die mahnenden Kollegen, die von der Basis kamen, ganz
simpel 'ausgesteuert' hat und die Anzahl der 'keilförmigen Applaudierer' immer mehr wurden.
Man klopft sich für Teilerfolge gegenseitig auf die Schulter, freut sich über kleine Schlachten, und merkt
dabei nicht, dass der Krieg weiterläuft und man zwischenzeitlich abgehängt wurde.
Diese Entwicklungen/Tendenzen ist nicht begrenzt auf diese Branchen.
Aus meiner Wahrnehmung aus der Ferne hat diese Thematik 'Elektromobilität' bei Stellantis ein völlig
neues Aufgabenfeld geschaffen. Aus der Situation kamen andere Gewichtungen und die Bedeutung von
so Details wie 'Aufräumen des bestehenden Chaos' verschwand in der allgemeinen Wahrnehmung.
Allerdings wurde die Sichtbarkeit beschleunigt, da sich Stellantis auf die Elektromobilität als rettenden
Anker gestürzt hat, nur dieser Anker die angedachte Funktion nicht übernehmen konnte.
Die von einer gewissen Gesellschaft herbeigeredete Aktualität war noch nicht vorhanden, insbesondere
nicht für die von Stellantis angedachte Masse.
Pow - damit waren weitere Ressourcen wenig weiterführend verbraten, ohne dass man die grundsätzliche
Probleme wirklich angegangen ist/war.
Jetzt hat man nicht nur die 'alten' Probleme ...
... sondern auch das Budget um Aufzuräumen ist deutlich dünner.