Bördelgerät welches ???

Diskutiere Bördelgerät welches ??? im Technik allgemein Forum im Bereich Jeep Modelle & Technik; Hallo Jungs, würde gern meine Bremsleitungen in Zukunft selber bauen, Bördelgeräte gibt es Unmengen, von 20-500 Euro, Geräte um die 120-150 Euro...
Blackpoison

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Hallo Jungs,
würde gern meine Bremsleitungen in Zukunft selber bauen, Bördelgeräte
gibt es Unmengen, von 20-500 Euro, Geräte um die 120-150 Euro machen mir
einen guten Eindruck, ich weiß aber nicht ob das auch so ist.

Wer von euch hat Erfahrung damit und kann mir ein bezahlbares Gerät
empfehlen?

Wo ist der Unterschied zwischen einem Normale Bördelgerät und einem
Doppel-Bördelgerät?

Welches Material für die Leitung ist das Beste?
Stahl, Alu oder Kupfer?

Danke und Gruß
Markus
 

Kardan06

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Ich habe mal die Bremsrohre des Wrangler mit dem einfachen Gerät gemacht:
Material war Kunifer (gibt es da auch). Das ist relativ weich, rostet nicht, die Anschlüsse wurden mit dem Gerät einwandfrei ausgeführt und es ist gut zu biegen (Biegegerät ist sehr zu empfehlen, sonst gibt es Knicke). Bei mehreren HU ist das auch nicht beanstandet worden. An der Hinterachse habe ich die Rohre zusätzlich mit einer selbstgedrehten Spirale aus 1mm Edelstahldraht umwickelt (im Original gab es den Schutz auch). Wenn du unbedingt doppelwandige Stahlrohre verwenden willst, stößt du mit Schrauberwerkzeug an eine Grenze, denn das Material ist hart und spröde. Da ist es besser, sich die Leitungen in den benötigten Längen in einer Werkstatt anfertigen zu lassen und sie dann nur selbst zu biegen. Das ist auch nicht teuer als für einmal das Werkzeug zu kaufen oder viel Material für Fehlversuche zu verschwenden und selbst für Kunifer eine Überlegung wert. Unter dem Link findest du überigens auch das Profigerät als Leihgerät zum günstigen Kurs.
 
Steira

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kunifer ist als ersatz für eine stahlleitung nicht zulässig.
 
Blackpoison

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Die mit Prüfzeichen schon.
 
Dave1989

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Ich bin mit diesem Bördelgerät zufrieden. Für die paar Sachen, die man macht. Bremsleitung nehme ich immer die ATE mit der PU-Beschichtung. Dazu noch einen kleinen Rohrschneider und ein kleines Messer zum Entgraten (die Innen-/Außensenker aus der Bucht taugen nichts). Die Überwurfmuttern habe ich damals hier bestellt (3/8 Zoll E Überwurfmuttern - kann beim YJ ja anders sein).

Biegen mache ich aus der Hand. Dann bekommt die Leitung in der Beschichtung keine Macken.
 
Blackpoison

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Schön das auch mal das günstige "gut" ist.
Danke David
 
Dave1989

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Gerade gesehen, dass Cars & Strpes die E-Überwurfmuttern nicht mehr führt. Ansonsten hier mal nachschauen: Onlineshop für Brems-, Hydraulik-, Krafstoff- und Klimaleitungen

Als Tipp: Am Hauptbremszylinder können auch noch andere Gewinde dran sein (beim XJ ist das so).
 
Sarge

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Die Cunifer müssen nur ne Nummer aufgedruckt haben, damit der Prüfer weiß, was das ist.
Wie immer: kein Zettel, keine Nummer, alles Arsch
Bördelgerät habe ich auch nen billiges (roter China-Koffer) genommen, klappte aber ganz gut.
Zum Entgraten habe ich sowas, klapp wunderbar:

Silverline 248844 Handentgrater 145 mm Silverline 248844 Handentgrater 145 mm: Amazon.de: Baumarkt
 
Blackpoison

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Die Bremsleitungen sind aus einer Kupfer-Nickel-Legierung hergestellt, sogenanntes KUNIFER, und daher rostfrei.

Unsere KUNIFER-Leitung Typ CN102 (auch Cunifer 10 genannt)
entspricht in Zug- und Druckfestigkeit der britischen Norm BS2871.3
bzw. BS EN12449 (letzteres ist gleichzusetzen mit DIN EN12449 und
ersetzt mit DIN EN 12451 die alte DIN 1785, alle DIN entsprechen dem
aktuellen Werkstoffkurzzeichen CuNi10Fe1Mn) sowie der Werkstoffnummer
2.0872, bzw. CW352H und sind nahtlos gezogen.

Gemäß DIN 74234 "Hydraulische Bremsrohre Bördel" Abschnitt 3 sind
Bremsrohre mit Werkstoffkurzeichen CuNi10Fe1Mn (2.0872) (ehemals
DIN 17664), als Bremsrohre zugelassen.

Leider kann keine ABE bzw. ein Teilegutachten mitgeliefert werden, was
zu der paradoxen Situation führt, dass Kunifer-Leitung zwar zulässig
sind, der TÜV aber dennoch die Abnahme im Einzelfall verweigern kann.

Unterlagen über die Einhaltung der Normen können Sie sich gerne bei uns anfordern.
Quelle Korrosionsschutz-Depot.de
 
Dave1989

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Die obige ATE-Stahlleitung bördelt sich genauso gut.
 
Steira

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ich glaub es geht weniger ums bördeln, als ums biegen. die stahlleitung ist doch etwas widerspenstig.
thema korrosion: neue leitungen immer mit wachs konservieren. auch die kunifer leitungen sehen nach einem winter recht alt (grünspanig) aus!
 
Dave1989

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Naja, ging so... Bei 90°Ecken ist, wie bei elektrischen Leitern, der Mindestbiegeradius zu beachten. Kenne aber auch keine Stelle, wo das so hart um 90° abgeht. HBZ ist vielleicht die engste/fuddeligste Stelle.

Ich würde mir nicht die Arbeit in Cunifer machen um dann nachher bei der HU/AU zu weinen.

Markus macht ja nicht jeden Tag ein Auto...

So sieht das in ATE mit Beschichtung aus:

 
Sarge

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Das mit dem Tüv sollte man bei allen Einbauten klären... Mit dem Tüv.
Cunifer bildet ähnlich wie Kupfer und Corten eine Oxidschicht, die vor weiterer Oxidation schützt. Optisch sieht das dann alt aus, ja, aber falls es nicht stört, trotzdem gut.
ATE kannte ich damals nicht, finde ich aber auch gut.
 
raik

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Die Bremsleitungen da oben sind ja eher von der simplen Sorte. Das sieht ganz anders aus, wenn 3D dazu kommt. Beim Wrangler sieht das zb. dann so aus. Allein an dieser einen Bremsleitung gibt es neun 90 Grad Winkel!

P1060872.JPG

Wer einmal mit Kunifer gearbeitet hat, der lässt das störrische Stahlzeug ein für alle mal bei Seite. Das mit dem TÜV wird völlig überbewertet. Den meisten Prüfern ist eine Kuniferleitung zehnmal lieber als eine verrottete Stahlleitung. Zumal die meisten wissen, dass Kunifer ausschließlich! wegen einer evtl. bestehenden Kontaktkorrosion an den Verschraubungspunkten kritisch beäugt wird. Wachs, oder Fett drüber, fertig. Alles andere entspricht ohne Abzüge der DIN Norm, ob mit oder ohne Prüfzeichen. Wer´s ganz schick und prüfersicher haben will, der kauft entsprechend Meterware schwarzen Schrumpfschlauch´s und schiebt das dann drüber. Wenn man´s mal zusammenfasst, kann man vielleicht besser entscheiden, was einem wichtig ist.

Vorteil Stahl:
- entspricht den gesetzlichen Vorschriften

Nachteil Stahl:
- lässt sich extrem schwer in Form bringen - entsprechendes Werkzeug nötig
- Nachbiegen direkt unter dem Fahrzeug, zb. um die Leitung spannungsfrei zu bekommen kaum möglich
- lässt sich viel schwerer bördeln - entsprechendes Werkzeug nötig
- rostet von außen
- rostet von innen

Vorteil Kunifer
- läßt sich sehr leicht, sogar von Hand in die entsprechende Form bringen
- Nachbiegen direkt unter dem Fahrzeug problemlos möglich
- läßt sich mit jedem 08/15 Billiggerät bördeln
- rostet nicht von außen
- rostet nicht von innen

Nachteil Kunifer:
- evtl. auftretende Kontaktkorrosion an den Verschraubungen
- entspricht diesbezüglich nicht den gesetzl. Vorgaben
 
Blackpoison

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....genau so sehe ich das auch.
Zwei meiner Kollegen sind selbstständige Schrauber, auch die sagen
das Kunifer "up to date" ist.

Gruß
Markus
 

Kardan06

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Die Bremsrohre sind teils ordentlich lang und es geht schon um einige Ecken. Insbesondere das Reinfummeln in Richtung rechtes Vorderrad und Hinterachse war schon mit mit dem nachgiebigeren Kunifer nichts für Leute mit Bluthochdruck. Ich habe die Prüfer nun nicht gerade auf das Material aufmerksam gemacht, aber bei mehreren HU waren die immer sehr angetan von dem hervorragenden Zustand der Bremsleitungen und -Rohre. "Originalteile" gibt es eh nicht mehr, aber auch auf den im Werk verbauten Bremsrohren gab es keine Kennzeichnung (auch nicht auf den nicht rostigen Teilen:)).
 
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