Baule
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- Jeep Wrangler JLU 2.2 CRDi Rubicon
Hallo zusammen,
in diversen anderen Threads tauchen in letzter Zeit nahezu inflationär Fragen auf zu DPF-Problemen bzw. gelber MKL. Da ich nicht weiter scheibchenweise überall das Gleiche schreiben möchte, habe ich beschlossen, meine Reparaturgeschichte (seit März 2024!) zu diesem Thema einmal in einem eigenen Thread zusammenzufassen.
Kurzversion
1. Reparatur
Fehlerbeschreibung: P2002 und gelbe MKL, hörbar pfeifender Turbo
Diagnose: Turboladerschaden (Lagerschaden, Kratzer auf der Gehäuseinnenseite, Motoröl im Abgasstrang, keine Späne)
Reparaturweg: Turbolader samt Leitungen neu, Motorölwechsel inkl. Filter
2. Reparatur
Fehlerbeschreibung: P2002 und P24A4, gelbe MKL, sporadischer Leistungsverlust, überdurchschnittlich häufige DPF-Regeneration, erhöhter Kraftstoffverbrauch
Diagnose: Möglicherweise ist, bedingt durch den Turboladerschaden, Motoröl in den DPF gelangt und setzt diesen zu, evtl. ist es aber auch nur ein defekter DPF-Differenzdrucksensor
Reparaturweg: DPF-Differenzdrucksensor neu
3. Reparatur
Fehlerbeschreibung: wie zuvor
Diagnose: DPF wohl doch verstopft
Reparaturweg: Baugruppe aus DPF und NSC-Kat neu
Randbemerkung: Während des Werkstattaufenthalts wurde auch der AGR-Kühler getauscht, hatte aber angeblich mit dem Fehler nichts zu tun.
4. Reparatur
Fehlerbeschreibung: wie zuvor
Diagnose: Injektoren stark mit carbon build-up belastet, Werte außerhalb des Sollbereichs
Reparaturweg: Injektoren samt Leitungen neu
Zwischen den einzelnen Reparaturen lagen lediglich zwischen 100 und 300km, bis die MKL wieder anging. Seit dem Injektortausch ist für inzwischen über 2.500km Ruhe.
Langversion
1. Werkstattbesuch (Dauer: 33 Tage)
Nachdem die gelbe MKL anging, habe ich den Fehler erst einmal selbst über JScan ausgelesen: P2002 (diesel particulate filter efficiency below threshold). Hmmm... DPF voll? Nach 50.000km? Bei einem täglichen Arbeitsweg von 40km einfach mit über 60% Autobahnanteil? Gut, ich fahr auf der Autobahn meist nur 100-110 km/h aber... naja, da kein Leistungsverlust zu spüren war, erst einmal selbstständig in die (Vertrags-)Werkstatt gefahren.
Diese hat daraufhin einen Turboladerschaden diagnostiziert. "Hast deinen Turbo nicht pfeifen hören?" Hm, naja doch eigentlich schon - jetzt wo er es sagt. Das Lager des Turboladers war defekt, so dass es zum einen undicht wurde und somit Motoröl in den Abgasstrang - insbesondere den DPF - gelangt ist, was letzten Endes wahrscheinlich den Fehler ausgelöst hat, und zum anderen das Schaufelrad bereits Stellenweise das Gehäuse berührte. Glücklicherweise hat es gehalten und Späne waren keine zu finden.
Jeep hat einen neuen Turbolader samt Leitungen auf Garantie genehmigt. Ich habe die Werkstatt darauf aufmerksam gemacht, dass in Anbetracht der Undichtigkeit und des DPF-Fehlers ja sicherlich mehr kaputt ist und ob man da nicht auch gleich mal nachschauen sollte. Die Antwort lautete, dass man das natürlich alles machen könnte (und sollte), sofern ich das selbst in Auftrag gäbe. Jeep zahlt nur, was absolut offensichtlich und/oder über Fehlercode nachweisbar kaputt ist. Also muss ich jetzt mein Auto erst kaputtfahren, dass Jeep das übernimmt? Ja...
Also wurde der Turbolader getauscht und daraufhin ein Motorölwechsel inkl. Ölfilter durchgeführt - letzteres musste ich selbst zahlen. Das ist mal kundenfreundlich, aber das kennen wir ja schon. Kulanterweise wurde immerhin der Leihwagen übernommen. Bis der Turbolader sowie die nötigen Kleinteile in die Werkstatt geliefert waren, vergingen fast drei Wochen und noch einmal fast zwei, bis die Werkstatt die nötigen Kapazitäten frei hatte.
2. Werkstattbesuch (Dauer: 1 Stunde)
Nach ca. 300km Fahrt, während der ich mich, bereits aufgrund vergleichsweise häufiger DPF-Regeneration und - wahrscheinlich damit verbundenen - erhöhten Spritverbrauchs, recht unwohl gefühlt habe, ging die gelbe MKL wieder an. Diesmal war sie auch mit einer spürbaren Leistungsrücknahme verbunden - allerdings fühlt sich für mich ein konsequentes Notprogramm anders an. Mal war die Leistung voll da und im nächsten Moment war wieder nur Schleichfahrt möglich.
Da ich in der Nähe der Werkstatt war, bin ich direkt dorthin gefahren und man hat erneut den Fehler P2002 festgestellt. Die Jeep-Reparaturvorgabe sieht hier zunächst vor, den DPF-Differenzdrucksensor auszutauschen, welchen die Werkstatt sogleich mit unbekannter Lieferzeit bestellt hat. Der Fehler wurde gelöscht und ich wieder auf die Reise geschickt. Leihwagen? Müsste ich selbst zahlen.
3. Werkstattbesuch (Dauer: 1 Tag)
Wieder ca. 300km später. In zwei Tagen möchte ich auf einen 1-wöchigen Campingtrip mit Dachzelt. Die MKL geht erneut an, wieder begleitet von den bereits bekannten Leistungsschwankungen. Da mir mit diesem Lotteriespiel eine Weiterfahrt zu riskant war und Jeep sich inzwischen beim Thema Leihwagen recht quer stellt, habe ich diesmal über die Jeep Assistence den Abschlepper geholt. Vorher kam erneut JScan zum Einsatz. Zum Fehler P2002 gesellte sich nun auch noch der P24A4 (particulate filter restriction - soot accumulation too high, bank 1).
Der DPF-Differenzdrucksensor ist inzwischen geliefert und die Werkstatt schiebt den Einbau kurzfristig dazwischen. Am nächsten Tag konnte ich das Auto wieder abholen und einigermaßen missmutig campen gehen.
4. Werkstattbesuch (Dauer: 33 Tage)
Auf der Rückfahrt vom Campingtrip erneut gelbe MKL und sporadischer Leistungsverlust. Mehrere andere Verkehrsteilnehmer machen mich per Lichthupe darauf aufmerksam, dass etwas nicht in Ordnung ist. Ich hatte ein Auge auf die Zustandsanzeigen und bin mal rausgefahren um eine Sichtkontrolle durchzuführen. Feststellen konnte ich nichts, evlt. hat er ohne Ende gerußt und/oder gestunken. JScan sagt erneut P2002 und P24A4. Also in Schleichfahrt zurück nach Hause (es ist Montag früh um 1 Uhr...), am nächsten Tag den Abschlepper kommen lassen und ab in die Werkstatt.
Jeep ist nun endlich bereit den DPF auf Garantie zu tauschen. Also Bestellvorgang eingeleitet, Lieferzeit unbekannt. In 8 Wochen möchte ich mit dem Auto in die Alpen, ist ja noch bisschen Zeit... Als das Auto dann nach 4 Wochen endlich auf der Hebebühne stand wurde festgestellt, dass der AGR Kühler defekt ist - laut Aussage der Werkstatt gibt es keinen Zusammenhang mit den restlichen Schäden. Also erneut Bestellvorgang eingeleitet, Lieferzeit erneut unbekannt. Erfreulicherweise konnte ich das Auto zwei Tage später mit neuem AGR-Kühler und neuem DPF abholen. Wenn eine Hebebühne blockiert ist geht komischerweise doch alles ein bisschen schneller.
5. Werkstattbesuch (Dauer: 5 Tage)
Nicht einmal 100km später - ihr ahnt es schon - gelbe MKL und sporadischer Leistungsverlust. JScan zeigt den P2002 diesmal nicht mehr als active an, allerdings als pending und permanent. Der P24A4 ist weiterhin active. Alles klar, der Alpentrip ist endgültig gestrichen, das ist mir zu unsicher. Also nochmal mit dem Abschlepper in die Werkstatt.
Nach 5 Tagen ist endlich einmal jemand bereit, sich das Auto anzuschauen. Aussage: Der Reparaturweg für die angezeigten Fehler ist abgeschlossen. Evtl. hat sich die ganze Steuerelektronik noch nicht beruhigt, also hat man hier mal einen Reset durchgeführt. Aktuell werden keine Fehler angezeigt und ich möge bitte weiterfahren. Hm... Irgendwas sagt mir, dass wir uns bald wieder sehen.
6. Werkstattbesuch (Dauer: 48 Tage)
Die Fehlerbeschreibung hat sich nicht geändert und ist mittlerweile hinreichend bekannt. Fahrzeug wurde erneut per Abschlepper in die Werkstatt gebracht. Ich mache den Servicemitarbeiter darauf aufmerksam, dass mir egal ist, welche Reparaturwege mittlerweile abgeschlossen sind und dass ich mein Auto erst wieder mitnehme, wenn eine Fehlerursache gefunden und beseitigt ist und anschließend eine aussagekräftige Funktionsprüfung vorgenommen wurde.
Nun ging das Bullshit-Pingpong zwischen Jeep und meiner Vertragswerkstatt los. Mehrmals hat Jeep die Werkstatt instruiert, Teile auszubauen und Fotos bzw. Videos zu erstellen sowie verschiedene Sachen auszuprobieren - immer mit ausgedehnten Wartezeiten verbunden und lange ohne Erfolg. Irgendwann kam dann mal jemand auf die Idee, die Injektorwerte zu messen. Und: Sie passten nicht. Nun wurden die Injektoren samt Leitungen getauscht und das ganze System in verschiedenen Fahrsituationen getestet. Es konnten keine Fehler mehr festgestellt werden und ich habe mein Auto nach inzwischen fast 7 Wochen endlich zurückbekommen.
Vielleicht hilft das ja dem Einen oder Anderen bei der Eingrenzung der momentan verbreiteten Fehler. Seit dem letzten Werkstattbesuch bin ich nun knapp 2.500km ohne Probleme gefahren und allmählich keimt die Hoffnung auf, dass das Ganze jetzt tatsächlich durchgestanden sein könnte. Wie es nach weiteren 50.000km aussehen wird, wird sich zeigen - und auch, ob ich das Auto dann überhaupt noch habe.
Insgesamt musste ich dieses Jahr etwa 120 Tage - quasi den kompletten Sommer - auf mein Auto verzichten, Reisestornogebühren in vierstelliger Höhe zahlen und viel Überzeugungsarbeit in der Familie leisten. Inzwischen hat mein Jeep das zweite Kombiinstrument, den zweiten Ladeluftschlauch, die zweite Motorölwanne, das zweite Lenkgetriebe, neue Scharniere + Lack an allen Türen, den zweiten Turbolader, den zweiten DPF und -Differenzdrucksensor, den zweiten AGR Kühler, den zweiten Satz Injektoren und nach gegenwärtiger Aussage des Lieferanten kommt im Januar der Positionssensor für die hintere Sperre neu - Die 2+2 Garantie hat sich mehr als gelohnt.
#lovemyjeep
in diversen anderen Threads tauchen in letzter Zeit nahezu inflationär Fragen auf zu DPF-Problemen bzw. gelber MKL. Da ich nicht weiter scheibchenweise überall das Gleiche schreiben möchte, habe ich beschlossen, meine Reparaturgeschichte (seit März 2024!) zu diesem Thema einmal in einem eigenen Thread zusammenzufassen.
Kurzversion
1. Reparatur
Fehlerbeschreibung: P2002 und gelbe MKL, hörbar pfeifender Turbo
Diagnose: Turboladerschaden (Lagerschaden, Kratzer auf der Gehäuseinnenseite, Motoröl im Abgasstrang, keine Späne)
Reparaturweg: Turbolader samt Leitungen neu, Motorölwechsel inkl. Filter
2. Reparatur
Fehlerbeschreibung: P2002 und P24A4, gelbe MKL, sporadischer Leistungsverlust, überdurchschnittlich häufige DPF-Regeneration, erhöhter Kraftstoffverbrauch
Diagnose: Möglicherweise ist, bedingt durch den Turboladerschaden, Motoröl in den DPF gelangt und setzt diesen zu, evtl. ist es aber auch nur ein defekter DPF-Differenzdrucksensor
Reparaturweg: DPF-Differenzdrucksensor neu
3. Reparatur
Fehlerbeschreibung: wie zuvor
Diagnose: DPF wohl doch verstopft
Reparaturweg: Baugruppe aus DPF und NSC-Kat neu
Randbemerkung: Während des Werkstattaufenthalts wurde auch der AGR-Kühler getauscht, hatte aber angeblich mit dem Fehler nichts zu tun.
4. Reparatur
Fehlerbeschreibung: wie zuvor
Diagnose: Injektoren stark mit carbon build-up belastet, Werte außerhalb des Sollbereichs
Reparaturweg: Injektoren samt Leitungen neu
Zwischen den einzelnen Reparaturen lagen lediglich zwischen 100 und 300km, bis die MKL wieder anging. Seit dem Injektortausch ist für inzwischen über 2.500km Ruhe.
Langversion
1. Werkstattbesuch (Dauer: 33 Tage)
Nachdem die gelbe MKL anging, habe ich den Fehler erst einmal selbst über JScan ausgelesen: P2002 (diesel particulate filter efficiency below threshold). Hmmm... DPF voll? Nach 50.000km? Bei einem täglichen Arbeitsweg von 40km einfach mit über 60% Autobahnanteil? Gut, ich fahr auf der Autobahn meist nur 100-110 km/h aber... naja, da kein Leistungsverlust zu spüren war, erst einmal selbstständig in die (Vertrags-)Werkstatt gefahren.
Diese hat daraufhin einen Turboladerschaden diagnostiziert. "Hast deinen Turbo nicht pfeifen hören?" Hm, naja doch eigentlich schon - jetzt wo er es sagt. Das Lager des Turboladers war defekt, so dass es zum einen undicht wurde und somit Motoröl in den Abgasstrang - insbesondere den DPF - gelangt ist, was letzten Endes wahrscheinlich den Fehler ausgelöst hat, und zum anderen das Schaufelrad bereits Stellenweise das Gehäuse berührte. Glücklicherweise hat es gehalten und Späne waren keine zu finden.
Jeep hat einen neuen Turbolader samt Leitungen auf Garantie genehmigt. Ich habe die Werkstatt darauf aufmerksam gemacht, dass in Anbetracht der Undichtigkeit und des DPF-Fehlers ja sicherlich mehr kaputt ist und ob man da nicht auch gleich mal nachschauen sollte. Die Antwort lautete, dass man das natürlich alles machen könnte (und sollte), sofern ich das selbst in Auftrag gäbe. Jeep zahlt nur, was absolut offensichtlich und/oder über Fehlercode nachweisbar kaputt ist. Also muss ich jetzt mein Auto erst kaputtfahren, dass Jeep das übernimmt? Ja...
Also wurde der Turbolader getauscht und daraufhin ein Motorölwechsel inkl. Ölfilter durchgeführt - letzteres musste ich selbst zahlen. Das ist mal kundenfreundlich, aber das kennen wir ja schon. Kulanterweise wurde immerhin der Leihwagen übernommen. Bis der Turbolader sowie die nötigen Kleinteile in die Werkstatt geliefert waren, vergingen fast drei Wochen und noch einmal fast zwei, bis die Werkstatt die nötigen Kapazitäten frei hatte.
2. Werkstattbesuch (Dauer: 1 Stunde)
Nach ca. 300km Fahrt, während der ich mich, bereits aufgrund vergleichsweise häufiger DPF-Regeneration und - wahrscheinlich damit verbundenen - erhöhten Spritverbrauchs, recht unwohl gefühlt habe, ging die gelbe MKL wieder an. Diesmal war sie auch mit einer spürbaren Leistungsrücknahme verbunden - allerdings fühlt sich für mich ein konsequentes Notprogramm anders an. Mal war die Leistung voll da und im nächsten Moment war wieder nur Schleichfahrt möglich.
Da ich in der Nähe der Werkstatt war, bin ich direkt dorthin gefahren und man hat erneut den Fehler P2002 festgestellt. Die Jeep-Reparaturvorgabe sieht hier zunächst vor, den DPF-Differenzdrucksensor auszutauschen, welchen die Werkstatt sogleich mit unbekannter Lieferzeit bestellt hat. Der Fehler wurde gelöscht und ich wieder auf die Reise geschickt. Leihwagen? Müsste ich selbst zahlen.
3. Werkstattbesuch (Dauer: 1 Tag)
Wieder ca. 300km später. In zwei Tagen möchte ich auf einen 1-wöchigen Campingtrip mit Dachzelt. Die MKL geht erneut an, wieder begleitet von den bereits bekannten Leistungsschwankungen. Da mir mit diesem Lotteriespiel eine Weiterfahrt zu riskant war und Jeep sich inzwischen beim Thema Leihwagen recht quer stellt, habe ich diesmal über die Jeep Assistence den Abschlepper geholt. Vorher kam erneut JScan zum Einsatz. Zum Fehler P2002 gesellte sich nun auch noch der P24A4 (particulate filter restriction - soot accumulation too high, bank 1).
Der DPF-Differenzdrucksensor ist inzwischen geliefert und die Werkstatt schiebt den Einbau kurzfristig dazwischen. Am nächsten Tag konnte ich das Auto wieder abholen und einigermaßen missmutig campen gehen.
4. Werkstattbesuch (Dauer: 33 Tage)
Auf der Rückfahrt vom Campingtrip erneut gelbe MKL und sporadischer Leistungsverlust. Mehrere andere Verkehrsteilnehmer machen mich per Lichthupe darauf aufmerksam, dass etwas nicht in Ordnung ist. Ich hatte ein Auge auf die Zustandsanzeigen und bin mal rausgefahren um eine Sichtkontrolle durchzuführen. Feststellen konnte ich nichts, evlt. hat er ohne Ende gerußt und/oder gestunken. JScan sagt erneut P2002 und P24A4. Also in Schleichfahrt zurück nach Hause (es ist Montag früh um 1 Uhr...), am nächsten Tag den Abschlepper kommen lassen und ab in die Werkstatt.
Jeep ist nun endlich bereit den DPF auf Garantie zu tauschen. Also Bestellvorgang eingeleitet, Lieferzeit unbekannt. In 8 Wochen möchte ich mit dem Auto in die Alpen, ist ja noch bisschen Zeit... Als das Auto dann nach 4 Wochen endlich auf der Hebebühne stand wurde festgestellt, dass der AGR Kühler defekt ist - laut Aussage der Werkstatt gibt es keinen Zusammenhang mit den restlichen Schäden. Also erneut Bestellvorgang eingeleitet, Lieferzeit erneut unbekannt. Erfreulicherweise konnte ich das Auto zwei Tage später mit neuem AGR-Kühler und neuem DPF abholen. Wenn eine Hebebühne blockiert ist geht komischerweise doch alles ein bisschen schneller.
5. Werkstattbesuch (Dauer: 5 Tage)
Nicht einmal 100km später - ihr ahnt es schon - gelbe MKL und sporadischer Leistungsverlust. JScan zeigt den P2002 diesmal nicht mehr als active an, allerdings als pending und permanent. Der P24A4 ist weiterhin active. Alles klar, der Alpentrip ist endgültig gestrichen, das ist mir zu unsicher. Also nochmal mit dem Abschlepper in die Werkstatt.
Nach 5 Tagen ist endlich einmal jemand bereit, sich das Auto anzuschauen. Aussage: Der Reparaturweg für die angezeigten Fehler ist abgeschlossen. Evtl. hat sich die ganze Steuerelektronik noch nicht beruhigt, also hat man hier mal einen Reset durchgeführt. Aktuell werden keine Fehler angezeigt und ich möge bitte weiterfahren. Hm... Irgendwas sagt mir, dass wir uns bald wieder sehen.
6. Werkstattbesuch (Dauer: 48 Tage)
Die Fehlerbeschreibung hat sich nicht geändert und ist mittlerweile hinreichend bekannt. Fahrzeug wurde erneut per Abschlepper in die Werkstatt gebracht. Ich mache den Servicemitarbeiter darauf aufmerksam, dass mir egal ist, welche Reparaturwege mittlerweile abgeschlossen sind und dass ich mein Auto erst wieder mitnehme, wenn eine Fehlerursache gefunden und beseitigt ist und anschließend eine aussagekräftige Funktionsprüfung vorgenommen wurde.
Nun ging das Bullshit-Pingpong zwischen Jeep und meiner Vertragswerkstatt los. Mehrmals hat Jeep die Werkstatt instruiert, Teile auszubauen und Fotos bzw. Videos zu erstellen sowie verschiedene Sachen auszuprobieren - immer mit ausgedehnten Wartezeiten verbunden und lange ohne Erfolg. Irgendwann kam dann mal jemand auf die Idee, die Injektorwerte zu messen. Und: Sie passten nicht. Nun wurden die Injektoren samt Leitungen getauscht und das ganze System in verschiedenen Fahrsituationen getestet. Es konnten keine Fehler mehr festgestellt werden und ich habe mein Auto nach inzwischen fast 7 Wochen endlich zurückbekommen.
Vielleicht hilft das ja dem Einen oder Anderen bei der Eingrenzung der momentan verbreiteten Fehler. Seit dem letzten Werkstattbesuch bin ich nun knapp 2.500km ohne Probleme gefahren und allmählich keimt die Hoffnung auf, dass das Ganze jetzt tatsächlich durchgestanden sein könnte. Wie es nach weiteren 50.000km aussehen wird, wird sich zeigen - und auch, ob ich das Auto dann überhaupt noch habe.
Insgesamt musste ich dieses Jahr etwa 120 Tage - quasi den kompletten Sommer - auf mein Auto verzichten, Reisestornogebühren in vierstelliger Höhe zahlen und viel Überzeugungsarbeit in der Familie leisten. Inzwischen hat mein Jeep das zweite Kombiinstrument, den zweiten Ladeluftschlauch, die zweite Motorölwanne, das zweite Lenkgetriebe, neue Scharniere + Lack an allen Türen, den zweiten Turbolader, den zweiten DPF und -Differenzdrucksensor, den zweiten AGR Kühler, den zweiten Satz Injektoren und nach gegenwärtiger Aussage des Lieferanten kommt im Januar der Positionssensor für die hintere Sperre neu - Die 2+2 Garantie hat sich mehr als gelohnt.
#lovemyjeep
